Negev als erste Wüstenweinbauregion anerkannt

Die Negev-Wüste gilt seit Mai international als Weinbauregion. Die geschützte Herkunftsbezeichnung steht für Qualität und und ist zugleich Verpflichtung.
Von Israelnetz
Guter Wein aus Israel

BE‘ER SCHEVA / JERUSALEM (inn) ­– Die Negev-Wüste ist offiziell als eigenständige internationale Weinregion anerkannt worden. Damit gilt die Herkunftsbezeichnung „Negev“ in der Welt des Weines als geschützte geografische Bezeichnung. Sie stellt die Region auf eine Stufe mit bekannten Gegenden wie der französischen Champagne oder dem toskanischen Chianti-Gebiet, schrieb die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ am Mittwoch vergangener Woche.

Die Negev-Weinregion erstreckt sich von Kiriat Gat bis Eilat am Roten Meer und umfasst derzeit mehr als 60 Weingüter und Weinbaugebiete. Nach Angaben der Nachrichtenseite „Times of Israel“ produziert sie aktuell über eine Million Flaschen Wein im Jahr.

Meilenstein für die Region

Die Anerkennung als Weinbaugebiet kommt einem Gütesiegel gleich. Sie steht für Qualität und eine klare Identität. So dürfen nur Weine, die vollständig in der Negev-Wüste hergestellt wurden – vom Anbau bis zur Verarbeitung – den geschützten Namen führen. Oder anders gesagt: Da wo Negev draufsteht, ist auch Negev drin. Zudem ist die Herstellung strengen Regeln unterworfen, sowohl im Hinblick auf Arbeitsmethoden, als auch auf die verwendeten Rebsorten.

Den Anstoß für den Anerkennungsprozess gab die israelisch-amerikanische „Merage-Stiftung“. Laut Geschäftsführerin Nicole Hod-Stroh kommt sie zur rechten Zeit: Weinhersteller müssen künftig, „wie alle anderen auch, mit dem Klimawandel umgehen“, sagte sie gegenüber „Times of Israel“.

Vier Jahre dauerte der Prozess. Israelische Weinexperten führten unter anderem Blindverkostungen durch und wiesen nach, dass Weine aus der Negevwüste ein eigenes Geschmacksprofil haben. Charakteristisch sei eine frische, mineralische Note, die auf die extremen klimatischen Bedingungen der Wüste zurückzuführen sei, schrieb die israelische Zeitung „Ma’ariv“ Anfang Mai.

Die Vorsitzende der Weingüter-Vereinigung in der Negev-Wüste, Irene Benjamin, wertet den neuen Status als wichtigen Erfolg: „Die internationale Anerkennung ist ein Meilenstein für die Entwicklung der Region und stärkt ihre Position auf der globalen Weinkarte“.

Weinbau in der Negev-Wüste in biblischer Zeit

Der Weinbau hat in der Negev-Region Tradition: Israelischen Forschern zufolge existierte eine Winzerkultur schon im 3. Jahrhundert vor Christus, ihre Blütezeit hatte sie aber in der Spätantike.

Im 4. bis 6. Jahrhundert trotzten byzantinische Bauern der kargen Gegend genug Wasser ab, um ihre Felder und Weinberge zu bestellen. Dazu entwickelten sie fortschrittliche Bewässerungsmethoden, indem sie etwa Terrassen und Sammelbecken anlegten, um Regenwasser optimal zu nutzen. Schließlich beendete die sogenannte kleine Eiszeit im 6. Jahrhundert die antike Winzerkultur in der Negev-Wüste. 1988 begannen erste Winzer wieder mit dem Weinbau in Wüste. (mw)

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6 Kommentare

  1. Boker Tov, Albert, ich hab also richtig gemutmaßt, daß der erste Kommentar gerade zum Vergleich toskanischer und israelischer Wein von Ihnen kam, dies anzunehmen, bedurfte keiner Kunst.
    SALUTE, aber bitte erst am späten Nachmittag, weitere Kommentare könnten sonst darunter leiden ,hihihi.
    SHALOM und L’CHAIM

    0
  2. Herzlichen Glückwunsch Israel für die internationale Anerkennung des Negev-Weines mit Jahrtausende alter Weinbautradition. 🍇🍷🍷😋
    Der Anbau unter schwierigen Bedingungen ähnelt ein bisschen dem Weinanbau auf Lanzarote in den Lavafeldern.

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