BETHSAIDA (inn) – Der Religionswissenschaftler und Archäologe Steven Notley veröffentlicht neue Fortschritte zur Lage der Herkunftsstadt der Apostel Petrus, Andreas und Philipp. Gemäuer aus dem 1. Jahrhundert, Tongeschirr und ein Angelgewicht liefern neue Erkenntnisse. Anfang des Monats präsentierte der Wissenschaftler in Washington die neuesten Forschungsergebnisse des El-Aradsch-Ausgrabungsprojekts.
Notley ist dort dessen akademischer Leiter. Sein Team versucht seit 2016 nordöstlich des Sees Genezareth Hinweise auf Bethsaida, die Heimatstadt des Apostels Petrus, zu finden. Der katholische US-Nachrichtensender „EWTN-News“ berichtete darüber, warum die Wissenschaftler glauben, nun am Ziel angekommen zu sein:
Bereits im Jahr 2018 entdeckten die Forscher die Überreste einer byzantinischen Kapelle. Unter den Mauern der Kapelle fanden die Archäologen nun ein weiteres Gemäuer. Dieses stammt jedoch nicht aus dem 5. Jahrhundert wie die Basilika, sondern aus dem 1. Jahrhundert – der Zeit, in der auch die Apostel lebten. Tongeschirr und Fischereiutensilien aus derselben Zeit wurden ebenfalls gefunden.
Dies passt zu den Berichten des bayerischen Bischofs Willibald, der im 8. Jahrhundert in diese Gegend reiste. Demnach ist eine Kapelle direkt über dem Geburtshaus von Petrus und Andreas erbaut worden. Zudem ist in den Gemäuern der byzantinischen Basilika eine Mosaikinschrift erhalten, die Petrus als „Apostel und Hüter der Schlüssel des Himmels“ bezeichnet.
Entgegen früher Annahmen
Die Bibel nennt die Stadt Bethsaida mehrfach: als Herkunftsort der drei Apostel, aber auch als Stadt, in deren Umkreis Jesus Wunder vollbrachte. Über die genaue Lage der Stadt herrschte bislang jedoch Unklarheit. Experten gingen lange davon aus, dass sie sich auf dem Hügel Et-Tell befand – etwa 1,5 Kilometer vom Nordufer des Sees Genezareth entfernt. Dort entdeckten Forscher bereits 1987 entsprechende antike Ruinen. Fachkundige halten aufgrund der neuen Erkenntnislage El-Aradsch für den wahrscheinlicheren Ort.
Notley ist zudem Geschäftsführer des Zentrums für das Studium des antiken Judentums und der christlichen Ursprünge. Er lebte 16 Jahre lang mit seiner Frau und seinen vier Kindern in Jerusalem. Seit über 35 Jahren leitet er Besuchergruppen nach Israel und in den östlichen Mittelmeerraum.
Der Archäologe sagte im Gespräch mit EWTN: „Wir haben also unter der Apsis – in der Kirchenarchitektur ein halbrunder Nischenraum – eine Hauswand aus dem 1. Jahrhundert gefunden. Es gibt zwar keine Gedenktafel mit der Aufschrift ‚Hier hat Petrus geschlafen‘, aber aus archäologischer Sicht könnte es kaum besser sein.“ (cb)
3 Kommentare
Ich hoffe, dass die archäologischen Funde dabei helfen die Vergangenheit aus wissenschaftlicher Basis näherzubringen.
Gottes Wort ist klar und absolut wahr in ALLEM!
Joh. 1,44 „Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus“.
Herr Steven Notley hat einen interessanten Job – weiter so.
Lieber Gruß Martin
Bethsaida, der Ort, an dem Jesus die meisten Wunder vollbrachte und wo ihm die größte Ablehnung entgegen gebracht wurde.
„Wehe dir Chorazin, wehe dir Bethsaida. Wenn die Wunder, die ich bei euch getan habe, in den nichtjüdischen Städten Tyrus oder Sidon geschehen wären, dann hätten ihre Einwohner längst Trauerkleider angezogen, sich Asche auf den Kopf gestreut und wären zu Gott umgekehrt.“ (Lukas 10,13)
Ich wünsche dem archäologischen Team unter Steven Notley viele weitere interessante Entdeckungen. Die Gegend um den See Genezareth hat an Ausgrabungen noch viel zu bieten.