JERUSALEM / NEW YORK (inn) – Zwei seltene antike Münzen sind wieder zurück in Israel: Nach einer gemeinsamen Ermittlung mit US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden hat die Israelische Altertumsbehörde (IAA) in der vergangenen Woche die beiden über 2.000 Jahre Fundstücke zurückerhalten.
Sie wurden zuvor bei mutmaßlich illegalen Ausgrabungen in Israel gefunden und außer Landes geschmuggelt. Die Diebe wollten die wertvollen Stücke über ein New Yorker Auktionshaus an den Meistbietenden verkaufen.
Seltene Artefakte aus der Zeit des Zweiten Tempels
Die erste Münze ist aus Bronze und wurde nach Angaben der IAA wahrscheinlich während der kurzen Regentschaft des letzten hasmonäischen Herrschers Antigonos geprägt, der 37 vor Christus gestürzt wurde. Sie zeigt die siebenarmige Menora und den Tisch für die Schaubrote, zwei zentrale Ritualobjekte im Ersten und Zweiten Jerusalemer Tempel.
Der Altertumsbehörde zufolge handelt es sich dabei um eine der frühesten bekannten Darstellung des Tempelleuchters. Zudem ziert eine zweisprachige Inschrift die Münze. Auf Paläo-Hebräisch steht: „Mattatias, der Hohepriester“, und auf Griechisch: „König Antigonos“. Mattatias war Antigonos‘ hebräischer Name.
„Münzen waren das Instagram des ersten Jahrhunderts vor Beginn der Zeitrechnung“, sagte der Experte Robert Kool gegenüber der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“. Über die Prägung habe ein Herrscher seine politische Botschaft verbreiten können, fügte der Chef der IAA-Münzabteilung hinzu.
Antigonos, der sich für die Eigenständigkeit Judäas einsetzte und eine antirömische Politik verfolgte, rückte mit seiner ikonographischen Wahl den Jerusalemer Tempel in den Mittelpunkt.
Seltene 2.500-Jahre alte Münze aus Aschkelon
Die zweite Münze stammt aus dem 6. Jahrhundert vor Christus und wurde wahrscheinlich in Aschkelon geprägt. Sie zeigt auf der Vorderseite die griechische Göttin Athene und auf der Rückseite eine Eule, die ihre Flügel ausbreitet.
In den Buchstaben „Alef“ und „Nun“, die in phönizischer Schrift neben der Eule stehen, sehen die Forscher einen Hinweis auf den Herkunftsort der Münze. Sie sollen für den ersten und letzten Buchstaben der Stadt Aschkelon stehen, schreibt „Times of Israel“. Diese rund 2.500 Jahre alte Münze ist sehr selten: Weltweit gibt es bislang nur noch ein weiteres Exemplar. Es befindet sich im Israel-Museum in Jerusalem und stammt ebenfalls aus einer nicht autorisierten Ausgrabung.
Das Museum habe die Münze vor Jahren in einem Auktionshaus entdeckt und erworben. Laut Kurator Chaim Gitler weisen beide Exemplare identische kleine Fehler in der Prägung auf: Es sieht so aus, als würde die Athene weinen. Dies lege nahe, dass beide Münzen mit demselben Stempel geprägt wurden.
Illegale Ausgrabungen zerstören Informationen
Da die Münzen durch die Plünderer aus ihren archäologischen Kontexten herausgelöst wurden, seien Informationen verlorengegangen, erklärt Kool. Deshalb müsse man dagegen vorgehen, wie auch gegen den illegalen Handel mit geraubten Antiquitäten. Das ist in dem vorliegenden Fall gelungen.
Nach Angaben der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ erhielt die Israelische Altertumsbehörde einen Tipp, dass aus Israel geschmuggelte Münzen in New York zum Verkauf stehen. Sie informierte sogleich die US-amerikanischen Strafverfolgungsbehörden über den Verdacht. Daraufhin nahm das amerikanische Heimatschutzministerium die Ermittlungen auf.
Es sei ihnen gelungen, Beweise gegen das Auktionshaus und die Hintermänner sicherstellen. In einer feierlichen Zeremonie übergaben sie die Münzen schließlich an Israel. (mw)
2 Kommentare
Es freut mich, dass die ungefähr 2000 Jahre alten Münzen wieder zurück in Israel sind.
Die USA geben zwei antike Münzen an Israel zurück. Amerika, bester Freund Israels.