JERUSALEM (inn) – Die israelische Elftklässlerin Hodaja Cohen hat das diesjährige internationale Bibelquiz für Jugendliche gewonnen. Es ist fester Bestandteil der Feierlichkeiten am Morgen des Unabhängigkeitstages, Jom HaAzma’ut, der am Dienstagabend begann. Wegen der angespannten Sicherheitslage wurde der Wettbewerb im Jerusalemer Theater vorab aufgezeichnet.
Das Quiz trug den Titel: „Bauen und Pflanzen“. 16 Jugendliche aus sieben Ländern beteiligten sich. Neben Israel waren junge Juden aus Großbritannien, Kanada, Mexiko, Panama, Südafrika und den Vereinigten Staaten von Amerika vertreten.
Am Ende konnte Hodaja Cohen aus Gedera den Wettbewerb knapp für sich entscheiden. Den zweiten Platz belegte der Zehntklässler Akiva (Jack) Schreier aus den USA.
Bildungsminister Joav Kisch sagte laut der Zeitung „Jerusalem Post“: „Das Bibelquiz drückt die Tiefe der Verbindung des Staates Israel zu seinen Ursprüngen und seiner Identität aus. Das Quiz ist weit mehr als ein Wissenswettbewerb; der Tanach (die Hebräische Bibel) ist die moralische und kulturelle Identität des jüdischen Volkes, ein Kompass, der uns durch die Generationen begleitet.“
Empfang für Diplomaten
Anlässlich des Nationalfeiertages gab es am Mittwoch einen Empfang für das diplomatische Corps in der Residenz des Staatspräsidenten. Dort sagte Außenminister Gideon Sa’ar (Neue Hoffnung), Juden pflegten die Erinnerung – an Exil, Verfolgung und Zerstörung.
„Wir – die wir das Vorrecht haben, im souveränen, unabhängigen Staat Israel geboren zu werden und aufzuwachsen – wir sind einfach dankbar für unser Glück“, ergänzte er. „Wir sind stolz, hier Kinder und Enkel großzuziehen. Wir sind entschieden, das Wunder zu bewahren, das wir von Israels Gründervätern erhalten haben: Einen jüdischen Staat im Land unserer Vorfahren.“
Der Glaube an die Verwirklichung des alten Traumes, nach Zion zurückzukehren, wurzele in der Bibel. Das Wort „Zionismus“ werde heutzutage in der Welt oft verunglimpft, sagte Sa’ar weiter. „Dabei gab es im vergangenen Jahrhundert keine moralischere und erfolgreichere Bewegung als den Zionismus. Wir haben nichts genommen, das uns nicht gehört. Wir haben nur denjenigen geschadet, die sich erhoben, um uns auszulöschen.“
Aus Sicht der Kritiker sei „unsere einzige ‚Sünde‘, dass wir erfolgreich sind“, fügt der Außenminister hinzu. Zionismus sei „das Recht des jüdischen Volkes auf seinen eigenen Staat in seinem historischen Heimatland“ und sein Recht auf Selbstverteidigung.
Herzog träumt von Autofahrt nach Beirut
Staatspräsident Jizchak Herzog ging auf den Krieg gegen den Iran und gegen die Terrormiliz Hisbollah ein: „Dies ist ein Kampf um die Zukunft unserer Kinder.“
Eine positive Entwicklung stellte er im Rückblick auf den ersten Empfang für Botschafter und Diplomaten unter dem damaligen Präsidenten Chaim Weizmann fest: Daran hätten keine Diplomaten aus muslimischen Ländern teilgenommen. Nun sei es ihm eine Freude, sie an Israels 78. Geburtstag willkommen zu heißen.
Herzog bekundete die Hoffnung, dass es nächstes Jahr noch mehr sein würden – wenn die Abraham-Abkommen erweitert würden. Dann werde möglicherweise nur noch in der Vergangenheitsform über Krieg gesprochen. Er habe den großen Traum, in ein Auto zu steigen und direkt in die libanesische Hauptstadt Beirut zu fahren. „Aber zuerst müssen wir in der Lage sein, unsere Grenzen zu verteidigen.“ Führungspersonen im Libanon und anderen Ländern der Region rief er auf, zumindest mit Israel zu reden.
Am Jom HaAzma’ut wird auch der Israel-Preis in verschiedenen Kategorien vergeben. In diesem Jahr gehört US-Präsident Donald Trump zu den Geehrten. Er soll die Auszeichnung bei seinem nächsten Besuch im jüdischen Staat erhalten; ein Termin steht noch nicht fest. (eh)
Ein Kommentar
Herzog träumt von Autofahrt nach Beirut. Träumen ist schön…