WASHINGTON (inn) – US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut schwere Schläge angedroht, falls das Regime die Straße von Hormus für die Schifffahrt gesperrt hält. Als Frist nannte er Dienstagabend. „Das ganze Land kann in einer Nacht ausgeschaltet werden, und es könnte am nächsten Abend sein“, sagte der Republikaner am Montag vor Journalisten im Weißen Haus.
Als Beginn der Angriffe deutete er dabei 20 Uhr Ostküstenzeit an, also 2 Uhr in der Nacht zu Mittwoch in Deutschland, 3 Uhr in Israel und 4 Uhr im Iran: Innerhalb von vier Stunden und bis Mitternacht werde die Infrastruktur des Landes dezimiert sein, sagte Trump. Als Angriffsziele nannte er Brücken und Kraftwerke. Dies sei nötig, damit das Regime ihn ernst nehme. Zugleich betonte er, dass er dies eigentlich nicht wolle, da die USA möglicherweise beim Wiederaufbau helfen.
Trump hatte die Frist für derartige Angriffe schon mehrfach verschoben. Daher ist eine nochmalige Verlängerung nicht ausgeschlossen. Die Islamische Revolutionsgarde drohte indes, den Beschuss von Zielen in der Region auszuweiten, sollte Trump die Angriffe genehmigen.
Die israelische Armee rief die Iraner am Dienstag auf, sich von Zügen und Bahngleisen fernzuhalten. Die Warnung gilt bis 21 Uhr Ortszeit. Laut iranischen Medienberichten wurden bei einem Angriff auf eine Eisenbahnbrücke nahe Kaschan im Landeszentrum zwei Menschen getötet.
Bunkerbrechende Bomben im Einsatz
Israel und die USA haben ihre Angriffe auf andere Ziele des Regimes indes fortgeführt. So beschossen die Amerikaner eine unterirdische Kommandozentrale der Revolutionsgarde bei Teheran mit bunkerbrechenden Bomben. Laut einem Bericht des amerikanischen Senders „Fox News“, der sich auf Militärkreise stützt, wurde die Einrichtung dabei zerstört.
Der Angriff fand demnach noch während des Rettungseinsatzes für die Besatzung des abgeschossenen amerikanischen Kampfflugzeugs statt. Grund dafür war das schmale Zeitfenster: Die USA hatten Informationen darüber erhalten, dass sich eine große Zahl von Kommandeuren in dem Zentrum aufhielt.
Die B2-Bomber starteten vom Luftwaffenstützpunkt Whiteman im US-Bundesstaat Missouri. Sie warfen die gleichen Bomben ab wie bei der Operation Mitternachtshammer im Juli 2025 gegen unterirdische Atomanlagen.
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Israel: Hochrangige Militärs getötet
Bei einem israelischen Angriff kam der Geheimdienstchef der Revolutionsgarde, Madschid Chademi, ums Leben. Bei einem weiteren Schlag wurde Jasdan Mir getötet, auch bekannt unter dem Namen Sardar Bagheri oder Asghar Bagheri. Er leitete die geheime Einheit 840 der Revolutionsgarde.
Die Luftwaffe griff zudem einen Komplex der petrochemischen Industrie in Schiras an. Nach Angaben des Militärs vom Dienstag handelte es sich dabei um „einen der letzten verbliebenen Standorte für die Herstellung chemischer Komponenten für Sprengsätze und ballistische Raketen im Iran“.
Bereits am Montag hatte das Militär mitgeteilt, dass die Luftwaffe inzwischen zwei der größten petrochemischen Standorte angegriffen habe. „Der Schaden an dieser Infrastruktur wird die Fähigkeit des Regimes stören, notwendige Bestandteile für die Raketenindustrie herzustellen.“
Synagoge in Teheran beschädigt
In Teheran wurde indes bei den Angriffen offenbar auch ein jüdisches Gotteshaus getroffen. Laut iranischen Medienberichten handelt es sich um die Rafi-Nija-Synagoge nahe des zentralen Palästina-Platzes. Durch den Treffer sei erheblicher Sachschaden entstanden.
Das israelische Außenministerium teilte der Nachrichtenseite „Times of Israel“ mit, dass der Vorfall untersucht werde. Ein Regierungsvertreter betonte, Israel greife keine Synagogen an. Das Diasporaministerium erklärte unter Verweis auf lokale Berichte, die Synagoge könnte auch durch einen Angriff auf benachbarte Gebäude beschädigt worden sein.
Bekannte Theaterpersönlichkeit getötet
Inzwischen hat Israel auch die Namen der vier am Sonntag in Haifa getöteten Israelis bekanntgegeben. Es handelt sich um die Mitglieder einer Familie: Vladimir Gerschovitz (73), seine Frau Lena (68), ihr Sohn Dimitri (42) und dessen Frau Lucille-Jane (29).
Die vier waren während eines iranischen Raketenangriffs im Treppenhaus geblieben aus Sorge, die Eltern könnten den Schutzraum nicht mehr erreichen. Vladimir war erst Stunden zuvor aus dem Krankenhaus entlassen worden. Armeesprecher Effie Defrin erklärte, Abfangversuche seien misslungen. Der Vorfall werde untersucht.
Lena war eine bekannte Schauspiellehrerin und Persönlichkeit der Theaterszene. Sie habe Generationen von Schauspielern „mit Hingabe, Professionalität und vor allem mit großer Liebe für ihre Arbeit und ihre Schüler“ großgezogen, teilte die Israelische Schauspielervereinigung in einer Stellungnahme mit.
Armee: Brücke im Libanon zerstört
Auch die Angriffe auf Ziele der vom Iran unterstützten Terrormiliz Hisbollah im Libanon gehen ungemindert weiter. Die Armee teilte am Dienstag mit, sie habe eine wichtige Brücke am Litani-Fluss zerstört. Die Hisbollah habe diese benutzt, um Raketen, Raketenwerfer und andere Waffen in den Süden des Landes zu transportieren.
Bereits am Sonntag meldete die Armee, sie habe in einer Schule im Libanon Waffenvorräte und andere militärisch Ausrüstung gefunden. Zudem habe sie zwei Tankstellen angegriffen, die die Hisbollah zur Finanzierung ihrer Terroraktivität betrieben habe. (df)
7 Kommentare
Iran täte gut daran einzulenken und die Straße von Hormus freizugeben. Auch wenn ich absolut dagegen bin, dass Trump „den Iran in die Steinzeit bombt“, glaube ich, dass er das tatsächlich in die Wege leitet. Allerdings halte ich es nicht für möglich, dass dies innerhalb einer Nacht möglich ist. Wie dient er damit dem iranischen Volk? Und was bedeutet das für Israel? Gibt es auch dort nicht schon genug Leid? Meine Güte, dieser Mann ist genauso gefährlich, wie diejenigen, die er vernichten möchte.
Das Saat- und Ernteprinzip gilt auch hier! Verlasst Euch nicht auf Menschen.
Lieber Gruß Martin
Guten Morgen, gut möglich das jetzt auch der Letzte begriffen hat das sowohl USA als auch Israel nie FÜR das Volk gekämpft haben. Hätte man anhand der Bombardements wahrscheinlich auch früher erkenne können, aber wir wollen mal ja nicht so sein. Dieser Krieg dient ausschließlich den eigenen Interessen, so wie jeder Krieg.
Nicht, dass der Krieg gegen die Mullahs, nicht gegen das iranische Volk, gerecht wäre, aber die Aussagen des Herrn Trump sind eines amerikanischen Präsidenten unwürdig. Mit seiner Drohung, den Iran zu vernichten, stellt er sich auf eine Stufe mit den Mullahs, die seit Jahrzehnten Israel mit der Vernichtung drohen.
Shalom,-Ella@- Liebe Ella.Falls der Angriff so sein wird wie Trump prophezeit(Was ich behaupte nicht so sein wird)wird trotzdem die freie Fahrt durch Hormus nicht stattfinden.Die Iraner haben leider“immer noch“ die Oberhand und werden jedes Schiff mit Raketen beschiesen.Die Berge entlang des Hormus auf iranischer Seite sind voll von getarnten Gegenden im Gebirge von wo die Iraner auf Schiffe schiessen können.Aus grosser Höhe kann man die Tarnungen nicht sehen(sieht aus wie normale Felsen).Ich kenne dies aus der Schweiz vom Militärdienst.(Siehe Gebirge am Gotthardt-Von der Passstrasse aus nicht erkennbar-nur wenn man weiss worauf man schauen muss.(Ich sage nicht was).Daher denke ich das dieser krieg noch lange nicht ein Ende hat.Und Trump kann ich sowiso nicht Ernst nehmen!!! Jerusalem
Liebe Redaktion, warum wird hier beschönigt, dass Trump verkündet hat, dass eine ganze Zivilisation heute nacht untergehen wird und nie wieder zurückkehren soll?
So etwas nennt man die Androhung des Völkermordes!
Und mal ganz ehrlich, wenn man mit jemandem einen *Deal* machen möchte,
droht man weder mit Völkermord noch nennt man das Volk Bastarde oder Tiere.
Im Übrigen sind Angriffe und Zerstörung auf zivile Infrastrukturen ein Kriegsverbrechen, ebenso wie Double-tape-Angriffe.
Beidem hat sich zumindest Trump schuldig gemacht, ersterem leider auch Israel.
Trump ist meiner Meinung nach völlig irre geworden, unberechenbar und eine Gefahr für die ganze Welt, Israel eingeschlossen. Er gehört schnellstmöglichst entmachtet und an einen Ort, wo er keinen Schaden mehr anrichten kann.
Zitat aus IH online:
In 11Stunden geht das
Ultimatum an Teheran zu Ende. Trump: „Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen und nie wieder zurückkehren. Ich will nicht, dass das geschieht, aber es wird wahrscheinlich passieren. Doch jetzt, da wir einen vollständigen und totalen Regimewechsel haben, bei dem andere, klügere und weniger radikalisierte Köpfe die Oberhand gewinnen, könnte vielleicht etwas revolutionär Wunderbares entstehen. Wer weiß? Wir werden es heute Nacht erfahren, einer der wichtigsten Momente in der langen und komplexen Geschichte der Welt. 47 Jahre Erpressung, Korruption und Tod werden endlich ein Ende finden. Gott segne das großartige Volk des Iran.“
Zitatende
Einfach zum Nachdenken für diejenigen, welche noch selbst denken und nicht klatschend und jubelnd einem Blender auf den Leim gehen.
One