JERUSALEM (inn) – Eine sehr große Mehrheit der israelischen Juden unterstützt die aktuelle Militäroffensive gegen das iranische Regime. Bei den Arabern ist der Anteil deutlich geringer. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Israelischen Demokratie-Institutes (IDI) hervor.
Von den jüdischen Teilnehmern bekundeten 93 Prozent Unterstützung für die Operation „Löwengebrüll“. Dabei variiert die Zustimmung zwischen Linksgerichteten (76 Prozent), Anhängern der politischen Mitte (93) und Rechtsgerichteten (97). Von den Arabern vertraten 26 Prozent diese Auffassung. Insgesamt beträgt der Anteil 82 Prozent.
Dass Premierminister Benjamin Netanjahu die Operation gut bewältigen kann, meinen 74 Prozent der befragten Juden. Von den Arabern trauen das dem Likud-Chef nur 16 Prozent zu. Der Gesamtanteil liegt bei 64 Prozent.
Sicherheitsgefühl: Unterschiede zwischen Männern und Frauen
Die Meinungsforscher fragten zudem, ob sich die Teilnehmer gegen iranische Angriffe geschützt fühlten. Dem stimmten 74 Prozent der jüdischen und 15 Prozent der arabischen Israelis zu. Insgesamt bejahten 64 Prozent die Frage.
Bei den Männern ist das Sicherheitsempfinden in beiden Bevölkerungsgruppen größer als bei den Frauen: Von den männlichen Juden fühlten sich 81 Prozent geschützt, von den Jüdinnen 67,5 Prozent. Bei den Arabern gaben 22 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen diese Antwort.
Wenig überraschend ist das Gefühl der Sicherheit größer bei Israelis, die einen Schutzraum oder Bunker in der Nähe haben. Bei Menschen mit Schutzraum im Wohnhaus beträgt der Anteil 76 Prozent, im Falle eines öffentlichen Bunkers sind es 63 Prozent. Von denjenigen, die nicht in der Nähe einer derartigen Schutzmöglichkeit wohnen, fühlen sich nur 15 Prozent sicher.
Frage nach angemessener Dauer der Operation
Ein weiteres Thema der Umfrage war die Dauer der Operation: Soll sie enden, wenn das militärischen Ziel erreicht ist – oder erst, wenn das Ajatollah-Regime gestürzt ist? Als militärisches Kriegsziel gilt dabei das Bestreben, die atomaren und ballistischen Fähigkeiten des Iran auszulöschen.
Von den jüdischen Teilnehmern befürworteten 57 Prozent eine Dauer, bis das militärisch und das politische Ziel erreicht ist. Hingegen sagten 36 Prozent, das militärische Ziel sei ausreichend. Unter den Arabern wussten 52 Prozent keine Antwort auf die Frage. Deshalb spezifizierten die Meinungsforscher die Antworten in dem Fall nicht weiter.
Die IDI-Mitarbeiter hatten am 2. und 3. März 599 Israelis befragt. Von den Teilnehmern sprechen 500 Hebräisch und 99 Arabisch. Die Fehlerquote wurde mit 4 Prozent angegeben. (eh)
13 Kommentare
Dieses Ergebnis verwundert mich überhaupt nicht. Selbstverständlich hoffen viele Israelis darauf, das ein geschwächter Hauptaggressor, der Israel vernichten will, mehr Sicherheit und Frieden in die Region bringen wird!
International ist die „Begeisterung“ für diese Auseinandersetzung sehr viel kleiner und kann auch den globalen Antisemitismus weiter befeuern. Israel sollte sich nicht zu sehr auf eine Verbesserung fixieren, die Mächte der Finsternis streben weiter nach der Vernichtung.
Lieber Gruß Martin
Die meisten Israelis befürworten die Militäroperation im Iran. Die meisten Toskaner wahrscheinlich nicht. Schade.
Ich denke, dies ist eine Botschaft an all unsere Feinde, die gehofft hatten, unser Land spalten zu können. Ungeachtet dessen, wer Premierminister ist, ungeachtet dessen, welche Partei Israel regiert, werden wir unsere Existenz stets verteidigen und diejenigen angreifen, die uns schaden wollen. Und wir werden niemals zulassen, dass das iranische Regime eine Atomwaffe baut, um unser Volk zu terrorisieren.
Im Krieg gegen den Iran gibt es keine Oppositionskoalition, wie es sich die Israel-Hasser vielleicht gewünscht hätten. Ob Netanjahu, Gantz, Lapid, Bennett oder Golan Premierminister ist – in schwierigen Zeiten steht das israelische Volk immer zusammen.🙏🇮🇱🎗️
Gideon Lahav @ Sehe ich genauso. Die Feinde Israels, die im allgemeinen wenig vertraut sind mit demokratischen Gepflogenheiten, haben die Demonstrationen etwa gegen die Justizreform oder gegen die Regierung falsch interpretiert. Sie haben sich vorgestellt, dass dieses Land, in dem es in der Tat Frakturen und Spannungen gibt, ihnen wie eine reife Frucht in den Schoss fällt. Falsch gedacht. Gott sei Dank sind die Israelis mehrheitlich erheblich klüger als ihre Feinde. Ihr Überleben hängt davon ab.
Ja, Antonia, die Proteste waren zwar Ausdruck einer lebendigen Demokratie, doch ihre Gegner interpretierten sie fälschlicherweise als lähmende Spaltung, die die israelischen Streitkräfte handlungsunfähig machen würde. Die Feinde unterschätzten aber, dass trotz der tiefen politischen Gräben in der israelischen Gesellschaft in Krisenzeiten ein hohes Maß an sozialem Zusammenhalt und Solidarität besteht.
@Gideon Lahav, die gefährlicheren Feinde, sind die Feinde hinter den Feinden – die Mächte der Finsternis!
Lieber Gruß Martin
Weitermachen, bis das Regime fällt und
,,ONKEL“ ruft, die Kapitulaton unterschreibt und das Land verlässt, vorzugsweise nach Moskau oder Peking……..oder meinethalben Islamabad. Die Anrainer werden sie nicht haben wollen, nicht einmal die Afghanen.
Was danach geschieht, müssen die Perser selbst entscheiden, selber durch das von den USA und Israel aufgesprengte Tor gehen, dabei sollten sie alle Unterstützung und Ermutigung bekommen, derer sie bedürfen.
SHALOM
Die Antworten der arabischen Bürger Israels enttäuschen mich etwas. Zum einen hätte ich angenommen, dass sie ihren iranischen Glaubensgeschwistern eine Regierung wünschen, die diesen mehr Freiheiten lässt, so wie sie selbst als israelische Bürger Freiheiten in Anspruch nehmen. Außerdem hatte ich gehofft, dass sie eher loyal zu Israel stehen als zum Iran.
Nun ja; so wie wir in Deutschland die Kalifats-Anhänger hinnehmen müssen, muss Israel vermutlich die Iran-Anhänger hinnehmen.
Emma, die Mehrheit der arabisch-muslimischen Israelis sind eher verunsichert, weil es nicht klar ist, wie es sich auf ihre eigene Situation auswirkt. Zwar sind die Iraner keine Araber, aber doch Glaubensbrüder, man ist da so hin und her gerissen zwischen den Loyalitäten, daß man sich lieber nicht offen positioniert.
Ich könnte mir allerdings vorstellen, daß es eine größere heimliche Zustimmung zu den Angriffen gibt. Es ist einfach ein Dilemma, in dem sie festsitzen.
SHALOM
Von 9 Millionen Menschen sind 599 Befragte für mich keine Meinungsmehrheit des Volkes. Mich würde die Meinung der Iraner interessieren.
Aber jetzt isses sowieso wie es ist. Nun bin ich dafür, es durchzuziehen. Beide Ziele haben ihre absolute Berechtigung, die Abwendung der Gefahr durch ballistische Raketen und Atombomben genauso wie das Ende des Mullah-Regime, soweit dies möglich ist.
Ja, Israel muss handeln, präventiv, um Gefahr für das Land im Vorhinein auszuschalten. Allerdings, so meine ich, sollte Israel auch nicht „auf Gedeih oder Verderb“ Trump folgen. Man sollte sich immer fragen: Was beabsichtigt Trump wirklich? Sind es ausschließlich die Interessen Israels – oder auch eigene? Führt Trump hier nicht Israel in einen sehr, sehr langen Konflikt hinein, sind die Opfer, die Israel jetzt bringen muss mit der Zerstörung in Städten, Toten, das Vorgehen wert? Ich frage das als Freund Israels. Und ich bin froh, dass Netanjahu die Bibel kennt, das Buch Ester, auf dass er sich kürzlich berief. Ich bete, dass Gott Netanjahu auf der Grundlage der Bibel aufzeigt, was momentan und „auf Sicht“ das Richtige ist.
Psalm 121,4 – Lutherbibel 2017: „Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.“ Das ist der allergrößte Trost. Und nicht nur Trost, felsenfeste GEWISSHEIT! Gott behütet Sein Volk!
Mit Blick auf diese Rakete, die dicht bei der Türkei einschlug (wer sollte die denn so fehlgeleitet haben?), die Frage, ob nicht hier „satanische Mächte“ im Spiel sind, die sowas ganz bewusst inszenieren, um DEN Flächenbrand herbeizuführen? Wenn dann wirklich mal solche Dinger auf türkischem Boden einschlagen (oder in Gebäuden), der Türke sich angegriffen fühlt und den Artikel 5 des NATO-Beistandes zückt? Zwar lächerlich, aber wer weiß, auf welche Gedanken Erdogan dann kommt… Eine weitere Frage wäre -wenn weiterhin Staaten wie Kuwait oder Bahrain vom Iran angegriffen werden, ob sie „Ruhe halten“, oder ob irgendwann der Wind sich dreht…. Fragen, Fragen…