Soziales Projekt in Netanja gewinnt Preis

Die israelische Küstenstadt Netanja erhält ein Preisgeld für die Umsetzung einer Initiative zur frühkindlichen Bildung. Bürgermeister Slama nennt das „proaktive kommunale Dienstleistung“.
Von Israelnetz

NETANJA (inn) – Für ein Projekt zur Förderung von frühkindlicher Bildung erhält die israelische Küstenstadt Netanja von der amerikanischen Bloomberg-Stiftung ein Preisgeld in Höhe von umgerechnet 850.000 Euro. Das gab die Organisation am Dienstag bekannt. Das prämierte Projekt zielt darauf ab, eine Lücke im israelischen Bildungssystem zu schließen und erreicht Eltern von Kleinkindern mit niedrigschwelligen Angeboten.

Etwa die Hälfte der Haushalte in Netanja, in denen Kleinkinder leben, haben keinen Zugang zu subventionierter Betreuung für Kinder unter drei Jahren, erklärte die Stadtverwaltung gegenüber der israelischen Zeitung „Yediot Aharanot“. Um Eltern dennoch zu unterstützen, gehe man dahin, wo sich Familien aufhalten: Auf Spielplätze.

Hingehen, wo die Eltern sind

Vor Ort organisieren pädagogisch geschulte Mitarbeiter des Projekts Spielstunden und beraten nebenher Eltern auf informeller Ebene. Auf diese Weise könne man etwaige Entwicklungsverzögerungen frühzeitig erkennen und Unterstützung bieten.

Die Initiative fand Anklang bei den Eltern: Etwa ein Viertel der Familien nahm Folgetermine wahr. Zudem habe es sich herausgestellt, dass rund ein Drittel der teilnehmenden Kleinkinder größerer Aufmerksamkeit bedurften. Das unterstreiche die Wichtigkeit des Projekts.

Netanjas Bürgermeister Avi Slama beschreibt den neuen Ansatz als proaktive kommunale Dienstleistung. Bis Ende 2027 will die Stadt mit diesem Angebot 85 Prozent der Kinder unter drei Jahren erreichen. Das Ziel sei es, Empfehlungen für Sonderschulen um 40 Prozent zu reduzieren und teilnehmende Eltern im Umgang mit den Bedürfnissen ihrer Kinder zu schulen.

Fördern, was das Leben besser macht

Der Wettbewerb wurde vom früheren New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg ins Leben gerufen. Bewerben konnten sich Stadtverwaltungen aus allen Ländern mit innovativen Projekten, die darauf abzielen, das Leben der Menschen besser zu machen.

Zu den Gewinnern gehört etwa ein Projekt zur Ausbildung von arbeitslosen Jugendlichen in Restaurierungs- und Denkmalschutztechniken in der jordanischen Stadt As-Salt. Auch ein Projekt aus South Bend im US-Bundesstaat, das Künstliche Intelligenz einsetzt, um Familien mit dem Gesundheitswesen in Kontakt zu bringen, wurde ausgezeichnet.

Aus über 630 Bewerbern wählte ein Komitee 24 Gewinner aus. Diese erhalten neben dem Preisgeld auch operative Unterstützung und zusätzliche Mittel für Personal. Das Ziel sei es, „bewährte Innovationen zur Verbesserung grundlegender Dienstleistungen auszuweiten“. (mw)

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3 Antworten

  1. Oh, wie gut ich diese Silhouette auf dem Foto kenne, da kommt tatsächlich so etwas wie Heimweh auf. Was das Thema betrifft, bringe man die Kinder mit Entwicklungsstörungen auf Förderschulen mit Ganztagesbetreuung und ständigem Zugang durch die Eltern. Ansonsten kann ich da nicht großartig mitgehen. I
    SHALOM

    1
    1. Ich kann dazu nur sagen, dass wenn Kinder Probleme in der Schule haben, die Eltern schauen müssen, wo die Probleme ihrer Kinder liegen bzw. Schauen müssen, was die Kinder in der Schule nicht kapieren, als sie zu zwingen jeden Tag ein ekelhaftes selbst zusammengerührtes Müsli zu essen, dass sie fast erbrechen. Ich weiß von einer Lehrerstochter, die jeden Tag ein Horrormüsli essen musste, weil sie schlecht in der Schule war.

      0

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