Schweizer Moderator: Israelischen Bobpiloten ausschließen?

Statt einen Bobwettkampf zu kommentieren, beschimpft ein Schweizer Moderator einen israelischen Athleten. Damit ist sein Einsatz bei den Olympischen Spielen vorbei.
Von Israelnetz

CORTINA D’AMPEZZO (inn) – Der Schweizer Sender „Radio Télévision Suisse“ (RTS) hat einen Fernsehkommentar zu den olympischen Zweierbobwettbewerben von seiner Website genommen. Darin hatte Moderator Stefan Renna den israelischen Bobpiloten Adam Edelman beschimpft, statt sich auf das sportliche Ereignis in Cortina d’Ampezzo zu beziehen.

In dem Kommentar zum Auftritt von Edelman mit Anschieber Menachem Chen bezeichnete Renna den israelischen Athleten als „selbst beschriebenen Zionisten“. Edelman habe in Sozialen Medien mehrmals Stellung zum Gazakrieg bezogen und dabei „Genozid“ gutgeheißen. Dieser Begriff werde „auch von der UN-Untersuchungskommission für die Region in Gaza verwendet“.

Russische Athleten, die den Krieg in der Ukraine positiv werten, könnten nicht bei den Olympischen Spielen starten. Der Moderator stellte sich die Frage, ob nicht auch dieser israelische Athlet hätte ausgeschlossen werden müssen. Auf sportliche Aspekte des Rennens ging er nicht ein.

Der Botschafter der USA in Jerusalem, Mike Huckabee, bezeichnete den Kommentar als „antisemitisch“. Die „Gesellschaft Schweiz-Israel“ will Beschwerde bei der Ombudsstelle einlegen.

Sender: Nicht für Sportkommentar geeignet

RTS erklärte laut der Nachrichtenseite „tachles“, die Informationen seien faktisch korrekt. Doch „angesichts der Länge und des politischen Inhalts“ hätten sie sich für einen Sportkommentar nicht geeignet. Renna wurde demnach von weiteren Kommentaren zu dem Thema ausgeschlossen.

Edelman indes schrieb auf X: „In 2 Tagen wird sich keiner mehr an diese kranke Hasstirade erinnern. Aber in 20 Jahren werden Kinder immer noch wissen, wie Shul Runnings allen Widrigkeiten zum Trotz bei den Olympischen Spielen antrat – und ihre eigenen Reisen starten. Ich würde sagen, wir haben diese Runde gewonnen.“

Der Name „Shul Runnings“ für das israelische Bobteam lehnt sich an „Cool Runnings“ an. Diese Bezeichnung erhielt die jamaikanische Bobmannschaft nach ihrem olympischen Debüt 1988 in Calgary. Das jiddische Wort „shul“ bedeutet „Synagoge“ als Ort des Gebetes und des Lernens; es leitet sich von „Schule“ ab.

Der israelische Zweierbob indes belegte am Dienstag nach dem dritten und vierten Durchgang den 26. und letzten Platz. Das trübte die Freude der Athleten über die erste Teilnahme einer israelischen Bobmannschaft an Olympischen Spielen nicht. Am Samstag und Sonntag greift der Viererbob ins Wettkampfgeschehen ein. Diese Disziplin ist die Spezialität der israelischen Bobfahrer. (eh)

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6 Antworten

  1. Ich entschuldige mich in aller Form für diesen unpassenden Kommentar. Auf finde ich es inhaltlich nicht haltbar und korrekt, denn was im Gazastreifen abläuft ist KEIN Genozid – egal was die UNO sagt.

    Ich schäme mich, dass unser Staatsfinanziertes (wir Steuerzahler) Fernsehen solche Journalisten hat, die mit Sicherheit kein Hintergrundwissen über den Konflikt haben sondern irgend etwas nachplappern.

    Am Yisrael Chai

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    1. Ich denke mal, ich spreche im Namen aller proisraelischen Foristen hier, wenn ich sage, Ihr Post ist gut und wohlwollend angenommen worden.
      Toda raba, vielen Dank
      SHALOM

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    2. @ Michael Marti
      Das ehrt Sie. Aber ich habe aufgehört, mich für Personen oder deren Aussagen zu schämen, es macht nichts anders. Aber vielleicht sollte man dem Sender schreiben und nachfragen, wieso der Sender einem Sportjournalist eine Bühne für seine persönliche Meinung bietet und damit eindeutig den olympischen Geist der Spiele untergräbt.

      0
  2. RTS-Moderator Stefan Renna hat sich mit seinem Kommentar ein Eigentor geschossen. Von weiteren Kommentaren wurde Renna ausgeschlossen, nicht aber Edelmann. Er kam mit dem 2er Bob leider nur auf den letzten Platz, aber für einen ehrlichen Zionisten ist dieses Wort kein Schimpfwort, sondern ein Bekenntnis. 🤗58,10 Sekunden Abfahrt, 58,10 Sekunden Kritik von Renna. Wer hat sich jetzt mehr ins Zeug gelegt?

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  3. Botschafter der USA in Jerusalem, Mike Huckabee, bester Botschafter von allen, bezeichnet den Kommentar des nicht moderaten Moderators Stefan Renna als „antisemitisch“. Wir auch.

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