Drei Pläne für israelisch-palästinensische „Staaten-Lösung“ vorgestellt

Friedensaktivisten aus Israel und den palästinensischen Gebieten wollen die an den Rand gedrängte Idee einer „Zwei-Staaten-Lösung“ im Nahen Osten wiederbeleben. In Berlin präsentieren sie ihre Vorstellungen.
Von epd

BERLIN (epd) – Eine israelisch-palästinensische Delegation hat am Donnerstag in Berlin drei Vorschläge für eine Zwei-Staaten-Lösung vorgestellt. Die Modelle sehen eine Separation in zwei Staaten, eine Kooperation der Staaten bei spezifischen Themen bis hin zu einer Partnerschaft eines israelischen und eines palästinensischen Staats mit gemeinsamen Systemen vor. Initiiert wurde der Prozess „Two States – Different Alternatives“ („Zwei Staaten – Verschiedene Alternativen“) vom Israeli Sapir Handelman und dem Palästinenser Samer Sinidschlawi.

Was bisherigen Friedensinitiativen fehle, sei die Einbindung der Öffentlichkeit, erklärten sie. Über die nächsten zwei Jahre sollen die verschiedenen Modelle im Rahmen öffentlicher Kongresse erarbeitet werden. Seit dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 sei eine Diskussion in Israel und „Palästina“ kaum mehr möglich, weshalb das Friedensprojekt nun auch im Ausland fortgeführt werde.

Deutschland mit Sonderrolle

Eine große Rolle misst die Delegation Deutschland bei. Die Bundesrepublik sei der „perfekte Partner“ für einen Friedensprozess, sagte Sinidschlawi. „Ihr habt es geschafft, euch mit dem jüdischen Volk zu versöhnen“, der „deutsche Geist kann das Projekt voranbringen“.

Die Delegationen kamen zuvor bereits im niedersächsischen Loccum zusammen und trafen sich in Berlin mit Vertretern des Außenministeriums. Zu der Delegation gehörten unter anderem Politikwissenschaftler, ein ehemaliger Geheimdienstoffizier und ein ehemaliger Kämpfer unter dem Palästinenserführer Jasser Arafat (1929-2004).

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien

Schreiben Sie einen Kommentar

13 Antworten

  1. Friedensaktivisten, ohne den Friedefürsten Jesus zu erwähnen, ohne das Kursbuch für Israel – die Bibel in Anspruch zu nehmen – kann nicht zum Erfolg führen. Ein Menschlicher Versuch!
    Lieber Gruß Martin

    6
  2. Man muss diesen Aktionismus der israel.-paläst. Delegation ja irgendwie schätzen. Man möchte Frieden und ich wünsche mir das auch sehr. Aber da wird doch der zweite Schritt vor dem ersten gemacht. Als allererstes muss Hamas entwaffnet werden, die Tunnel müssen gesprengt, geflutet oder sonstwas werden. Es geht doch nicht nur darum, den Gazanern einen eigenen Staat zu geben. Ich bin sehr skeptisch, dass dadurch der Vernichtungswille den Juden gegenüber gebrochen werden kann. Zuerst muss der Terrorismus beseitigt werden. Und das sehe ich derzeit nicht und natürlich ist darüber keine Diskussion möglich.
    Die Deutschen wurden von den Alliierten zerschlagen und haben 1945 kapituliert. Nur deshalb konnte es im Laufe der Zeit zu einem versöhnenden „deutschen Geist“ kommen. Ich sehe keine Auflösung der Hamas und deren terroristischer Strukturen in Gaza.

    4
    1. Ella @ : Ich bin ganz auf Deiner Linie, was die Voraussetzungen für den Beginn von möglichen Verhandlungen angeht. Ein Schritt nach dem anderen, sonst fällt man auf die Nase. Ich bleibe auch skeptisch, was Verhandlungen angeht : wer macht da mit, in welcher Sprache werden die Vertäge abgefasst ? Wir hatten das Beispiel von Arafat, der auf englisch dieses sagte und auf arabisch, zu seinen Leuten, etwas ganz anderes. Un ja, Du hast Recht, nach dem Zweiten Weltkrieg lag Deutschland in Trümmern und der letzte Trottel musste kapieren, dass man den Krieg verloren hatte und das das eben Konsequenzen hatte. Die Araber haben mehrere Kriege gegen Israel verloren, aber irgendwie ist das nicht zum Volk durchgedrungen. „Realpolitik“ kann einiges verändern, haben wir ja in Europa erlebt, aber es braucht Zeit. Es braucht vor allem guten Willen, beiderseits.
      OT : ganz persönlich ; danke für Deinen Beitrag unter dem Kamel-Artikel. Damals war ich vielleicht zwei Kamele wert, heute, nu ja, zwei Ziegen und zwei Schafe 🙂

      3
  3. Ich empfehle das Interview von TAZ mit dem Israelischen Ex Diplomat Jeremy Issacharoff, den er beschreibt die Lage im nahen Osten ganz realistisch.

    Wenn man mit viele Israelis heute über eine Zweistaatenlösung spricht, dann sagen viele: Damit belohnt ihr die Hamas. Was sie nicht verstehen: Die Hamas bekommt genau das, was sie vom 7. Oktober wollte, wenn es keine Lösung mit den Palästinensern gibt. Aber auch bei den Palästinensern muss sich etwas bewegen. Beide Seiten sind desillusioniert von ihren Führungen und haben gerade kaum Bestrebungen, auf eine Lösung hinzuarbeiten. Aber es ist nötig, und dafür müssen wir vor allem jene zivilgesellschaftlichen Kräfte auf beiden Seiten stärken, die das bereits erkannt haben.

    Auch wenn ich Donald Trump für einen rassistischen Präsidenten halte, vor allem nach den Ereignissen von ICE in Minneapolis, und wo er die Obamas als Affen bezeichnete, ist der Waffenstillstand und den Friedensplan allein ihm zu verdanken. Es wäre aber besser wenn das Ende des Krieges eine israelische Entscheidung gewesen wäre. Die Entschlossenheit, die Geiseln zu befreien, hätte von Israel kommen sollen. Eine Vision, wie wir mit den Palästinensern vorankommen, hätte von Israel kommen sollen.
    Hätte also DT die Notbremse nicht gezogen, würde keine der Geiseln wieder nach Hause kommen.

    4
    1. Na klar. Und Merz und Spahn sind ja auch Rassisten.
      Und was die Geiseln angeht: Das war Erpressung auf aller unterstem Niveau. Gideon, Sie müssen sich mal überlegen, was der Hamas da alles in den Rachen geworfen wurde.
      Und auch ich bleibe dabei:
      Eine Zweistaatenlösung wäre eine Belohnung für Mord und Terror.

      6
      1. Lothar, der Weg geht über Diplomatie. Und dazu gehört, eine Alternative zur Hamas möglich zu machen.
        Jetzt geht es darum, politische Stabilität herzustellen. Erstens mit den Palästinensern selbst, nicht zuletzt, um einen weiteren 7. Oktober zu verhindern. Aber wir müssen darüber hinaus schauen.
        Um das zu lösen und um Israel aus der internationalen Isolation zurückzuholen, muss sich entweder die Politik der israelischen Regierung ändern. Oder die Zusammensetzung der Regierung muss sich ändern. Parallel muss es auch auf der palästinensischen Seite eine Veränderung geben.

        0
        1. @Gideon, selbstverständlich bin auch ich für Diplomatie. Nur wer sagt, dass der „Geist“ der Hamas nicht weiter überlebt und es nicht doch wieder zu einer Machtübernahme dieser Geister kommt.
          Von daher bleiben meine Bedenken.

          „Issacharoff“ sagt in dem TAZ-Interwiew u. a. Folgendes:
          „Sehen Sie, mit der Hamas wird es niemals Frieden geben. Die Agenda dieser Terrororganisation schließt die Existenz Israels aus.“
          und
          „… zum Beispiel auch Saudi-Arabien an den Tisch zu bringen.“
          (Ich meinte, da bei gerade Ihnen kürzlich große Skepsis vernommen zu haben).

          Weiter sagte Issacharoff:
          „Das wäre der Moment gewesen, um militärische Gewinne in politische umzuwandeln: Wir hätten damals den Deal durchziehen und die Geiseln nach Hause holen sollen.“ Gemeint war Anfang 2025, nachdem die Hamas und Hisbollah geschwächt und das Assadregime gefallen waren.
          Wir haben hier oft darüber diskutiert. Hamas wollte nie alle Geiseln freigeben, sondern letzte behalten, um an der Macht zu bleiben und den Angriff auf Gazastadt zu verhindern. Nur durch den bevorstehenden Angriff plus (!) dem Einschreiten Trumps waren die letzten Geiseln freigekommen, und das für einen ganz hohen Preis, den Israel schon bezahlt hat und noch zahlen wird, unabhängig von der dann gewählten Regierung.

          Ferner befürwortete Issacharoff den Waffenstopp Deutschlands.
          Auch das sahen hier einige anders. So hat offensichtlich jeder seine eigene Meinung.

          0
  4. Sorry, ich bleibe skeptisch. Zuviele bewaffnet gegen IL, ob in Gaza oder WJL/ Samaria- Judäa. UNO auf Pal- Seite mit islamischem Menschenrat. Emiraten, Jordanien, Ägypten, EU, traue ich nicht.
    Ohne Text: Auf Trump ist kein Verlass. Heute redet er so, Morgen so. Er hat das persische Volk im Stich gelassen. Ukraine so wie so. Sind seine Epstein Akten geschwärzt? Unehrliche Menschen. Shalom

    4
    1. Ja, alles schwierig, und auch ich bin mehr als skeptisch. Der EU kann man leider nicht trauen.
      Und was tun sich bei Epstein und dem Umfeld da für moralische Abgründe auf.
      Wer weiß, was da noch bei Anderen rauskäme, würde es zu uns durchsickern. Der „Mensch“ an sich hat offensichtlich zu oft ein Problem, sich mit einem gottgefälligen, einfachen und bescheidenen Leben zufrieden zu geben. Alles Gute.

      2
  5. Gespräche sind zwar gut, aber die „Zwei-Staaten-Lösung“ ist von Leuten gemacht, die entweder keine Ahnung haben oder Israel vernichten wollen.
    Eine Ein-Staat-Lösung mit Israelischen Arabern und Samaritarn usw. ist die Lösung, der Koran schreibt 43mal Israel, „Palästina“ ist eine römische Erfindung und wird NICHTS werden !
    Wenn man die Zeit Jesus von Nazareth betrachtet, damals gab es Israel unter Römischer Herrschaft, aber es gab KEINE ZWEI STAATEN ! Das ist Irrsinn.

    3
  6. Berlin/Deutschland

    – wundert mich im schlechten Sinne nicht im Geringsten. Gerade hier in Deutschland (und gerade in Berlin) gab es ja sehr viele pro-palästinensische Demos, auf denen man Israel niedergebrüllt hat.

    0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Israelnetz-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen