GAZA / JERUSALEM (inn) – Nach 843 Tagen hat die israelische Armee die letzte im Gazastreifen verbliebene Geisel aufgespürt und am Montag nach Israel gebracht. Der Leichnam von Ran Gvili wurde auf einem muslimischen Friedhof im Norden der Küstenenklave entdeckt – und von Militärzahnärzten vor Ort identifiziert.
Armeeangaben zufolge untersuchten mehr als 20 Zahnärzte die Gebisse von 250 Leichnamen. Dafür benötigten sie etwas mehr als 24 Stunden. Die Rechtsmediziner des nationalen forensischen Institutes Abu Kabir haben die Identität mittlerweile bestätigt. Die ehemalige Geisel soll am Mittwoch nach jüdischem Ritus bestattet werden.
Kampf gegen Terroristen trotz gebrochener Schulter
Ran Gvili hätte nach dem 7. Oktober 2023 eigentlich für eine Operation ins Krankenhaus gehen sollen. Kurz vor dem Terrormassaker hatte sich der 24-Jährige bei einem Motorradunfall einen Arm gebrochen. Doch trotz der Verletzungen entschied sich der Polizeioffizier, seinen Kameraden beim Kampf gegen die Terroristen zu helfen. „Ich werde meine Freunde nicht allein kämpfen lassen“, sagte er seinem Vater Izik Gvili.
In der Nähe des Kibbuz Alumim rettete er Dutzende Teilnehmer des Nova-Festivals – bevor er selbst getötet wurde. Er erhielt den Spitznamen „Magen Alumim“ – „Schutzschild von Alumim“.
Folgen Sie uns auf Facebook und X!
Melden Sie sich für den Newsletter an!
Hamas-Terroristen verschleppten den Leichnam in den Gazastreifen. Die Armee machte sich an verschiedenen Orten auf die Suche nach dem getöteten Israeli. Dank Geheimdienstinformationen wusste sie nach über zwei Jahren endlich, auf welchem Friedhof und in welchem Abschnitt sich Gvili befand.
So nahm der Inlandsgeheimdienst Schabak vor etwa einem Monat im Süden von Gaza-Stadt einen Terroristen des „Palästinensischen Islamischen Dschihad“ fest. Sie mutmaßte, dass der Palästinenser Kenntnis darüber habe, wo sich der Leichnam befinde. „In seinem Verhör erzählte er von seiner Beteiligung daran, den Leichnam von Ort zu Ort weiterzugeben. Er wies auch auf weitere Beteiligte hin, die ihren Ort kannten“, zitiert die Zeitung „Yediot Aharonot“ den Geheimdienst. Informationen aus anderen Quellen festigten die Vermutung, dass es sich um den Al-Batsch-Friedhof im Norden des Gazastreifens handelte.
Dass es sich um einen Friedhof handelt, ist dabei keine Bagatelle. Es bedeutet, dass die Hamas nicht davor zurückschreckt, Friedhöfe der eigenen Bevölkerung für Kriegszwecke zu entweihen.
Operation „Tapferes Herz“
Am vergangenen Wochenende startete die Armee dort die Operation „Lev Amiz“ – „Tapferes Herz“. Auch das Militärrabbinat war beteiligt. Die Zahnärzte gehören zur Abteilung, die für die Identifizierung und Rückführung von Gefallenen zuständig ist.
Nach der Identifizierung anhand des Gebisses informierte die Armee am Montagnachmittag die Angehörigen, bevor sie den Fund öffentlich machte. Die Familie reagierte traurig, aber auch erleichtert.
Der Vater sagte vor dem in eine Israelflagge gehüllten Sarg: „Du solltest den Respekt sehen, den du hier bekommst, jeden, der dich hergebracht hat. Die gesamte Polizeitruppe ist mit dir, die gesamte Armee ist mit dir, die gesamte Nation ist mit dir.“ Er fügte hinzu: „Ich bin stolz auf dich, mein Sohn“, und küsste den Sarg, wie die Nachrichtenseite „Times of Israel“ berichtet.
Die Mutter Talik Gvili bedankte sich „bei jedem, der uns in den letzten zwei Jahren beigestanden hat“. Sie sei stolz auf die Polizei, die Regierung, auf „jeden, der uns so sehr viel Kraft gegeben hat“. „Unser Stolz ist viel, viel stärker als unser Schmerz. Das Volk Israel lebt und ist stark.“
Armeechef lobt Hingabe und Professionalität
Armeechef Ejal Samir besuchte am Montagabend den Fundort. Er bekundete den Reservisten und medizinischen Helfern, die an der Operation „Lev Amiz“ teilnahmen, seine tiefe Wertschätzung. Samir lobte „ihre Hingabe, Professionalität und Treue in der Mission – der Erfüllung der ethischen und moralischen Verpflichtung der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte, alle ihre Söhne und Töchter, die lebenden und die gefallenen, in den Staat Israel zurückzuholen“.
Weiter sagte der Armeechef: „Mehr als zwei Jahre haben wir auf diesen Augenblick gewartet – die Rückführung der letzten Geisel.“ Er fügte ein Gebet an: „Gelobt seist du, Herr, unser Gott, König des Universums, der uns das Leben geschenkt, uns erhalten und uns ermöglicht hat, dieses Ereignis zu erleben.“
Die Polizei würdigte ihren getöteten Offizier: „Der Erste, der hinausging, der Letzte, der zurückkehrte.“
Erstmals seit 2014: Keine Geisel in Gaza
Mit der Rückführung von Ran Gvili befindet sich erstmals seit dem Sommer 2014 keine einzige Geisel im Gazastreifen. Während der Operation „Starker Fels“ gegen die Terrorinfrastruktur waren zwei Soldaten gefallen und von der Hamas verschleppt worden: Hadar Goldin und Oron Schaul. Die Armee brachte die sterblichen Überreste von Schaul im Januar 2025 nach Israel, die von Goldin wurde im November 2025 im Rahmen des Deals vom Oktober herausgegeben.
Die lebenden Geiseln, die am längsten im Gazastreifen festgehalten wurden, waren die beiden israelischen Zivilisten Avraham Mengistu und Hischam al-Sajed. Mengistu geriet 2014 aufgrund geistiger Verwirrung in den Gazastreifen, Al-Sajed aus ähnlichen Gründen ein Jahr später. Beide kamen im Februar 2025 frei. (eh)
6 Antworten
„Tapferes Herz“ ist genau die richtige Bezeichnung für diese Operation. Respekt.
„Ich bin stolz auf dich, mein Sohn“. Wir auch.
Wenn ich den Bericht richtig verstanden habe, hat die Hammas, bzw. der Islamische Jihad die Leiche von Ran Gvili NICHT wie in der Waffenstillstandsvereinbarung festgelegt ,an Israel übergeben. Er währe das letzte Faustpfand gewesen, im bezug auf Entwaffnung übergabe der Macht usw. in Phase 2. Nun macht man sich hinter die Türken und wer weiß was noch alles läuft. Lauter Stunk und Betrug. Bin mal gespannt was wieder alles erfunden oder verdreht wird dass zum Schluss Israel wieder der böse Bube ist.
Die Welt braucht mehr Menschen, die uneigennützig handeln, tapfer sind und andere verteidigen, Menschen mit Herz. DANKE Ran Gvili. Am Israel chai. 🇮🇱💙
Wir beten im Namen Yeshuahs um Trost für alle trauernden Familien in Israel und im Gazastreifen.
Was für eine Schande, wie die antigöttliche Hamas mit den Geiseln umgegangen ist! Aber auch für sie ist der Messias freiwillig ans Kreuz gegangen …
Möge die messianische Gemeinde in der Region ermutigt werden. Und sehr vielen Israelis bald die Augen und Möglichkeiten geöffnet werden, zu Gott umzukehren.
Schalom!
Doris Lamaack
Hochachtung für Israel! Welcher Staat such fast drei Jahre nach den sterblichen Überresten eines gefallenen Soldaten/Polizisten