NEW YORK (inn) – Am Dienstagabend hat der israelische Comedian Guy Hochman die Absage seiner Show in Manhattan bekanntgegeben. Grund dafür seien pro-palästinensische Aktivisten, die den Eingang blockiert hatten. Zeitgleich formierte sich eine Gegendemonstration, an der Hochman selbst teilnahm.
In einem Beitrag auf Instagram schrieb der 37-Jährige, dass er dann eben draußen „bei Minus 10 Grad vor seinem geliebten Publikum“ aufgetreten sei. Weiterhin sagte er: „Sie werden uns nie unser Lächeln nehmen“ und beendete seine Nachricht mit den Worten „Am Israel Chai“ (Das Volk Israel lebt).
Die pro-palästinensischen Aktivisten feierten Hochmans Absage als Erfolg. Doch der Comedian organisierte einen Auftritt für den Folgetag, der nach ersten Mitteilungen auf seinen Sozialen Kanälen auch stattfand.
Seine anfängliche Behauptung, die Polizei habe für seinen Auftritt keine Genehmigung erteilt, wies die New Yorker Polizei zurück. In einer Stellungnahme sagte ein Sprecher gegenüber der israelischen Nachrichtenseite „Times of Israel“, dass Polizisten die Protestgruppen voneinander getrennt und den Eingang freigemacht haben. Am Ende habe der Veranstaltungsort – der Broadway Comedy Club – entschieden, die Show abzusagen.
Festnahme bei Einreise nach Kanada
Hochman stößt nicht zum ersten Mal auf derartige Hindernisse. Nach seiner Ankunft in Kanada am Montag wurde er noch am Flughafen festgenommen und sechs Stunden lang befragt. Laut „Times of Israel“ kam er frei, nachdem das israelische Konsulat intervenierte.
Hintergrund für die Festnahme war eine Beschwerde wegen „Kriegsverbrechen und Anstiftung zum Völkermord“, die von der Hind-Rajab-Stiftung eingereicht wurde. Unterstützung erhielt sie nach Angaben der britischen Zeitung „The Guardian“ von kanadischen pro-palästinensischen Gruppen.
Nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 begann Hochman damit, Videos mit Soldaten zu produzieren. Die Armee habe ihn später auch zur Unterhaltung der Soldaten in Gaza auftreten lassen. Videos davon hat Guy Hochman selbst auf Instagram veröffentlicht.
Hind Rajab wertet die Auftritte als „Völkermord-Propaganda“ und beschuldigt den Comedian zudem, an der Zerstörung einer Moschee in Rafa beteiligt gewesen zu sein. Den letzteren Vorwurf nahm sie am Mittwoch wieder zurück, da das beigefügte Material nicht als Beleg reichte.
Die Show in Toronto konnte Guy Hochman nach seiner Freilassung planmäßig durchführen. Hinterher schrieb er auf Instagram: „Sie haben versucht, mich daran zu hindern, nach Kanada einzureisen, aber nach sechs Stunden Verzögerung bin ich doch noch reingekommen. Sie haben versucht, mich daran zu hindern, vor Israelis aufzutreten, aber ich bin aufgetreten. Und während sie bei Minus 10 Grad immer wieder ‚Free Palestine‘ riefen, wärmten wir uns mit Gelächter auf.“ (mw)