Trump: Zeit für eine neue Führung im Iran

US-Präsident Trump fordert einen Machtwechsel im Iran und verstärkt die militärische Präsenz in der Region. Der Iran warnt vor einem „totalen Krieg“ im Falle eines Angriffs auf den Obersten Führer.
Von Israelnetz
Die USS Abraham Lincoln ist in San Diego beheimatet

TEHERAN / WASHINGTON (inn) – Die Proteste im Iran sind nach massivem Gewalteinsatz des Regimes zurückgedrängt. Zudem sperren die Behörden nach wie vor das Internet, wie der Beobachtungsdienst NetBlock am Montag berichtete. Der iranische Polizeichef Ahmadresa Radan erklärte, die an den Protesten Beteiligten würden weiter verfolgt.

Nach Einschätzung eines Netzwerkes iranischer Ärzte liegt die Zahl der getöteten Demonstranten viel höher als vergangene Woche noch angenommen. Laut der britischen Zeitung „Sunday Times“ ist von 16.500 Toten auszugehen. Sie sprachen von einem „Genozid unter digitaler Dunkelheit“.

Am Sonntag gelang es indes Hackern, sich in das Landesfernsehen einzuschalten. Wie der regimekritische Sender „Iran International“ berichtete, zeigten mehrere Satellitenkanäle Bilder von den Protesten und einen Aufruf von Kronprinz Reza Pahlavi, weiter zu demonstrieren.

Trump: Chamenei ist ein „kranker Mann“

Unterdessen hat sich US-Präsident Donald Trump für einen Machtwechsel im Iran ausgesprochen. Gegenüber dem Politikmagazin „Politico“ nannte er Staatsführer Ajatollah Ali Chamenei am Samstag einen „kranken Mann“. „Es ist Zeit für eine neue Führung im Iran.“

Trump hatte in den vergangenen Tagen die Menschen im Iran zu Protesten ermutigt und Hilfe versprochen. Kritiker werfen dem Republikaner vor, den Menschen damit falsche Hoffnungen gemacht zu und somit deren Tod in Kauf genommen zu haben.

Mangelende Unterstützung für Angriff

Am Mittwoch sagte Trump Berichten zufolge einen Angriff auf den Iran ab. Weder die Golfstaaten noch Israel hätten so einen Schritt zum aktuellen Zeitpunkt unterstützt. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu (Likud) erklärte Trump in einem Telefonat, Israel sei aktuell im Falle eines iranischen Gegenschlages nicht zur Verteidigung bereit.

Netanjahu begründete seine Haltung auch mit dem Abzug amerikanischer Kräfte nach dem Irankrieg im Juli. Derzeit scheinen die USA aber wieder ihre Präsenz zu stärken: Berichten zufolge ist der Flugzeugträger Abraham Lincoln auf dem Weg und soll die Region binnen einer Woche erreichen. Zudem hätten die USA zwölf zusätzliche Kampfjets nach Jordanien verlegt.

Nach Einschätzung des früheren US-Botschafter in Israel, Dan Shapiro, dienen diese Bewegungen dazu, eine militärische Option zu ermöglichen. Trump wolle sein Versprechen gegenüber den Iranern erfüllen, sagte er der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“. Trump bevorzuge einen kurzen und schnellen Schlag: Die Tötung Chameneis.

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Teheran warnt vor Angriff

Der Iran scheint genau das zu befürchten: Staatspräsident Masud Peseschkian warnte die USA am Sonntag vor einem Angriff auf den Obersten Führer. So ein Angriff käme einem „totalen Krieg“ gegen den Iran gleich.

Während das Regime Stärke zu behaupten versucht, hat ein Diplomat ihm die Treue aufgekündigt: Laut Medienberichten beantragte Alireza Jeyrani Hokmabad für sich und seine Familie Asyl in der Schweiz. Seit 2017 gehörte er der iranischen Vertretung bei den Vereinten Nationen in Genf an. (df)

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12 Kommentare

  1. Es ist eine sehr trübe Zeit, aber alles steht in der Bibel, und es wird den Untergang Babylons geben…
    Momentan ist es sehr schwierig, auch militärisch gefärhlich für Israel, weil viele arabische Staaten Israel nicht wohlgesonnen sind.
    Adonai wird die Entscheidung bringen, wir müssen abwarten…

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  2. Wir dürfen nicht vergessen, dass der allmächtige Gott der ultimative Herrscher ist. Daniel schreibt: „Er ändert Zeit und Stunde; er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen ihre Weisheit und den Verständigen ihren Verstand“ (Dan. 2,21).
    Gott benutzt auch den Bösen zu seinem Zweck! „Der Herr macht alles zu seinem Zweck, auch den Gottlosen für den bösen Tag“ (Sprüche 16,4).
    Lieber Gruß Martin

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    1. @Untertan
      „Gott benutzt auch den Bösen zu seinem Zweck“. Nein, das glauben wir nicht.

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  3. Trump redet immer viel sinnlosen Unsinn, aber da geb ich ihm Recht, Ali Chamenei ist ein alter, kranker Mann, der selbst zugegeben hat, dass es Tausende Tote gegeben hat. Und er gehört abgesetzt. Während ich dafür war, dass Trump in diese Aufstände eingreift (wegen seiner großmäuligen Ansage) bin ich nun ehrlich schwankend. Chamenei ist nicht nur politischer, sondern auch religiöser Führer. Ist das nicht eine Hausnummer zu groß für Trump? Und wie kann er ohne Bodentruppen die Revolutionsgarde daran hindern, die Kontrolle des Staats zu übernehmen? Wäre Israel in der Lage, eine Überzahl an iran. Raketen und Drohnen abzufangen? Nethanjahu hat dahinter auch ein Fragezeichen gesetzt. Ich hoffe, Trump blickt selber noch durch und weiß, was er redet. Es scheint, er hat vorerst den Zeitpunkt verpasst, aber er steht wohl noch immer am Drücker. Und bei einem Angriff auf Chamenei werden vermutlich auch viele Iraner sterben. Mir tut das Volk so leid, sie sehen das als eine Farce Trumps. Ich fand Nethanjahus Kriegsentscheidung 10/23 um einiges besser: Nicht reden, nichts nach außen dringen lassen. TUN!

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    1. @ Ella

      Sie sollten mit Trump nicht so hart ins Gericht gehen.

      In einer SMS an Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre erklärte er laut der Nachrichtenagentur Bloomberg und anderen US-Medien, dass er sich „nicht länger verpflichtet“ fühle, ausschließlich friedensorientiert zu handeln, nachdem er den Preis trotz der Beendigung „von acht Kriegen“ nicht erhalten habe.

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      1. @hajo
        Gesundes neues Jahr!
        Gut das Sie schreiben. Meine Frage ist die ganze Zeit : Welche acht Kriege? Vielleicht bin ich etwas hinter dem Mond. Aber das quatscht Trump schon die ganze Zeit. Ukraine? Nix! Gaza? Läuft auch nicht so toll. Eine tote Geisel fehlt noch und Hamas hat die Waffen immer noch nicht niedergelegt. Gut,er hat geholfen,das die lebenden Geiseln frei kommen. Ja,aber sonst? Vielleicht können Sie mir auf die Sprünge?
        Viele Grüße Manu

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        1. @ Manu
          Auch Ihnen ein gesundes neues Jahr!
          Auf die Sprünge kann ich Ihnen leider nicht helfen , weil die Aktionen von Trump für mich nicht mehr nachvollziehbar sind. Er postet ein Video, indem er Demonstranten mit Fäkalien bombardiert.Dann die bereits von mir erwähnte SMS an Norwegens Regierungschef Heute war zu lesen „Donald Trump sorgt mit zwei Fotomontagen für Aufsehen. Auf den online veröffentlichten Bildern macht der US-Präsident deutlich, dass er neben Grönland auch Kanada begehrt“ Eine andere Schlagzeile lautet „ Trump veröffentlicht Privatnachricht von Macron „Mein Freund, ich verstehe nicht, was du in Grönland tust“ US-Präsident Donald Trump hat Frankreich mit hohen Zöllen auf Wein und Champagner gedroht, nachdem Paris seine Einladung zur Teilnahme am sogenannten Friedensrat abgelehnt hat. „Ich werde seine Weine und seinen Champagner mit Zöllen von 200 Prozent belegen“, sagte Trump am Montag an Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron gerichtet. Macron werde Teil des von Trump ins Leben gerufenen Gremiums werden, „aber er muss nicht teilnehmen“, fügte Trump hinzu.
          Der Mann ist meiner Meinung nach, völlig außer Kontrolle!

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          1. @Ella
            Nach seiner Schimpftirade über Europas Staats- und Regierungschefs wegen der aus seiner Sicht unterwürfigen Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump („erbärmlich“) meldet sich der Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien, Gavin Newsom, erneut zu Wort. Im Streit um Grönland müssten die EU-Regierungschefs ihre Position sehr klar deutlich machen, sagte Newsom Denn wenn Ihr es nicht macht, muss Euch klar sein: Dieser Typ versteht nur Stärke.“ Newsom forderte das europäische Staatenbündnis zudem zu Einigkeit und Standhaftigkeit auf. „Sprecht mit einer gemeinsamen Stimme“, sagte der Demokrat. Sonst werde es in den nächsten Jahren immer mehr Fälle wie den in Grönland geben.
            Trump blühe auf, „wenn er Schwäche ausnutzen kann“, sagte Newsom. „Wenn Staatenlenker ihm schmeicheln, wenn er einen Nobelpreis bekommt, wenn man ihm ‚Kronen‘ anbietet, ist das Schwäche.“ Dann werde Trump damit weitermachen. „Er liest Textnachrichten von großen Staatenlenkern vor, er hat keine Höflichkeit, keinen Anstand, er spielt nach keinen Regeln, nur nach einer Regel: Donald Trump.“ (AP)

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  4. Es ist höchste Zeit! Die Toten zählt man in Zehntausenden, die Verletzten in Hunderttausenden! Den Rest der demokratischen Menschen in NahOst wird man bald in den Foltergefängnissen besuchen können.
    Dann wird es zu spät sein!
    Im ernst – gewinnt man am Ende des Abschlachtens unschuldiger demokratischer Menschen einen Friedensnobelpreis, und die Sympathie großer Wählerschichten?

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