Die grausigen Nachrichten und Bilder aus dem Iran lassen die Brutalität der Islamischen Republik hier im fernen Europa erahnen. Bei aller Entsetzlichkeit bleibt die Hoffnung, dass sich das Volk nun endlich der Unterdrückung entledigen kann. Beobachtern zufolge sind die Demonstrationen breit gefächert wie nie, das Regime stehe mit dem Rücken zur Wand.
Zugleich bleibt die Skepsis: Aufstände mit erheblichen Todeszahlen hatte es im Iran schon in den vergangenen Jahren gegeben, und sie sind im Sande verlaufen, weil das Regime zu stark ist. Umso mehr sind diejenigen Länder gefragt, denen das Schicksal dieses Volkes im Herzen liegt. Allen voran sollten die USA mit ihren Mitteln eingreifen, um die Demonstranten zu unterstützen, die den Sturz der Mullahs herbeisehnen. Die nach Schätzungen tausende Opfer des Regimes dürfen nicht umsonst gestorben sein.
Verschrobene Ideologie
Entsetzlich ist auch das Schweigen derjenigen, die sich sonst gerne schnell empören, etwa über Israel. Überraschend ist es nicht: Die selektive Wahrnehmung ist ein Markenzeichen dieser Genossen; das Regime kann Demonstranten töten wie die Fliegen, das lockt sie nicht auf die Straße. In ihrer Ideologie genießen die Feinde des „bösen Westens“ oder des „bösen Israels“ Sympathien sondergleichen.
Es ist bedauerlich, dass sich diese Ideologie in Europa und den USA in den vergangenen Jahren so verbreitet hat. Die mittelalterlich anmutende Selbstgeißelung führte zur Unterstützung für Weltanschauungen wie den Islamismus, während man dessen zerstörerische Kraft ignorierte oder kleinredete. Die Sicht herrschte vor, dass alle Kulturen gleiche Gültigkeit hätten.
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Fehlgeleitete Politik
Im Geiste dieser Leitideen war der frühere US-Präsident Barack Obama besessen davon, den Iran mittels des Atomabkommens stärker in die Weltgemeinschaft zu integrieren. Die Proteste der Iraner gegen das Regime im Jahr 2009 kamen ihm dabei ungelegen. Durch das Atomabkommen stärkte er das Regime, das die freigewordenen Gelder nicht in das eigene Volk, sondern in Terrorgruppen wie die Hisbollah oder die Hamas investierte.
Europäische Länder sprangen Obama bei – auch Deutschland unter Bundeskanzlerin Angela Merkel, obwohl der Iran unverhohlen mit der Auslöschung Israels drohte. Im Jahr 2019 gratulierte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in grober ideologischer Verirrung dem Regime zum 40. Jubiläum der Revolution, nachdem er zuvor als Außenminister beim Atomabkommen mitverhandelt hatte.
Diese und andere tonangebende Politiker der vergangenen Jahre haben ihren Beitrag zur jetzigen Lage im Iran und in der Welt beigetragen. Es bleibt zu hoffen, dass ihre Nachfolger diese (selbst-)zerstörerische Naivität und fehlgeleitete Zurückhaltung überwinden. Das sind sie den Opfern des iranischen Regimes schuldig.
11 Antworten
Wird die freie Welt gegen die unfreie Welt (Russland, China), gegen die kommunistische Welt, die immer stärker wird, siegen?
Soeben hat US-Präsident Donald Trump Zweifel daran geäußert, ob Reza Pahlavi im Iran genügend Unterstützung gewinnen könnte, um nach einem möglichen Putsch eine führende Rolle zu übernehmen.
Der Grund für Trumps Zögern hinsichtlich eines Militärschlags liegt schlichtweg in der tiefen Spaltung der Republikanischen Partei zwischen Isolationisten und Neokonservativen. Und Trump benötigt beide Fraktionen, um innerhalb seiner Partei weiter Regieren zu können.
Ja, das Jahr 2019 und Abkommen mit dem Machthaber, die Unterdrückung und der Hass, die in 5-mal Tagesgebieten gehören zur Tagesordnung. Und 2019 sind die ganzen Wirtschaftsdelegationen aus Europa Amok gelaufen, um die Geschäfte und dicken Verträge schnell abzuschließen, und Chamenei hatte über sich selbst stolz gesagt: „Ich habe nur ein heldenhaftes und weiches Verhalten gezeigt.“ Und nachher hat Obama Milliarden Dollar in bar mit dem Flugzeug nach Teheran als Dankeschön geliefert, denn angeblich war Iran in Sanktionen!
Wo ist der Mensch und was ist die Politik?
Vielen Dank an Daniel Frick für die Einschätzung der aktuellen Lage. Das Schweigen Europas ist in der Tat entsetzlich. Wie wurden paläst. Fahnen geschwenkt, als Israel sich gegen die Hamas-Terroristen zur Wehr setzte, was sind die Scharia-Schreier durch unsere Straßen marschiert, wie sehr echauffierten sich Politiker aller Welt und verurteilten Israel. Angesichts der vielen toten Iraner und angekündigten Hinrichtungen der Demonstranten tut sich tonlose Stille auf. Kein Guterres empört sich über Menschenrechtsverletzungen und über die Mörder von freiheitsliebenden Iranern. Es ist unfassbar. Nun hat Trump den Mullahs mitgeteilt (Ynet), dass er keinen Angriff auf den Iran plant. Die Saudis, Katar und Oman haben Trump „dazu bewegt, dem Iran eine Chance zu geben.“ Man verstehe mich nicht falsch, ich will gewiss nicht, dass es zu einem Krieg zwischen USA/Israel und dem Iran kommt. Aber Trump sollte schnellstens lernen, sein großes Maul zu zähmen, spricht von Hilfe, die naht und lässt sich von den Arabern um den Finger wickeln. Das ist in hohem Maße Verrat an den Iranern. Er glaubt, dass Iran die Hinrichtungen nicht vollstrecken. Was ist mit den Hunderten Iranern, denen man in den Kopf und in die Augen geschossen hat? Wie sagt man? Blond und blauäugig, da hilft auch keine rote Krawatte. Ich fürchte genau das, dass die Opfer des Regimes UMSONST gestorben sind.
Nur unser großer Gott hat die Macht zum richtigen Zeitpunkt einzugreifen. Und er tut, was er sagt. 🙏🙏🙏
@ Ella
Der letzte Satz ist ja wohl Unsinn. Die Menschen haben die Verantwortung für ihr Tun. Und müssen handeln. Das auf Gott zu schieben, ist pure Verantwortungslosigkeit. Unerträglich
@Gunther Siegwart
Natürlich ist es so, dass Gott uns Verantwortung für unser Leben gibt und dass WIR handeln müssen. Ich habe nicht geschrieben, dass wir tatenlos herumsitzen sollen und nicht handeln müssen. Aber auch Gott sitzt nicht tatenlos herum, sondern benutzt uns Menschen zu SEINEM Handeln. Israel hat seine bisherigen Erfolge gegen Gaza, Iran und Libanon nicht allein und aus eigener Kraft geschafft. Überall war Gott mit dabei. Und das ist er auch in unserem Leben, jeden Tag.
Im Übrigen, mein letzter Satz war: Was Gott sagt (verheißt), das tut er auch. Was ist daran unerträglich? Es gibt EINEN Ewigen, der Wort hält. Mein vorletzter Satz war: Nur Gott hat die Macht einzugreifen. Wenn Sie Gottes Macht anzweifeln, tun Sie mir leid. Und was Sie ganz überlesen, ist der richtige Zeitpunkt! Denken Sie nach und lesen Sie in der Bibel. Es stehen zuhauf Beispiele drin, wo Gott in Kämpfe eingriff und Menschen aus ausweglosen Situationen rettete.
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Tag. Ella
Ich würde abwarten, was noch geschieht. Trumps Worte soll man genau ansehen und in die Waagschalen legen. Bisher ist keine Meldung bekannt, daß der Träger USS Abraham Lincoln zurückgepfiffen wurde. Außerdem besteht die Möglichkeit, daß Israel präventiv zuschlägt wie damals im Juni 2025 unmittelbar nach Ablauf von Trumps Frist. Grund: Bedrohung durch ballistische Raketen.
Wenn in 2 Wochen nichts geschieht, kann immer noch Fazit gezogen werden.
Wenn es Tote gibt, werden wir eingreifen – versprochen : gebrochen!
Versprochen – es wird keine Hinrichtungen geben – wird das nun auch gebrochen?
Baroye azadi ? Irans Jugend und Zukunft stirbt. Unter den Augen der „freien“ Welt!
Für wen oder was werden diese tapferen Menschen. – schon wieder – geopfert?
Quo vadis? Wird die Scharia mit der Eimführung der Bestrafung von „Verbrechen gegen Gott“ wieder zur Leit-Ethik der UN?
Ich vergaß – diese ist ja nur dazu da, das sogenannte Völkerrecht gegen Israel zu behaupten und die Terorstaaten vor allem Übel zu schützen. 🖤💔
Danke für den Kommentar.
Trauer, Hilflosigkeit und auch Wut machen sich breit.
Sehr treffend auch die Aussage von Herrn Frick:
„Entsetzlich ist auch das Schweigen derjenigen, die sich sonst gerne schnell empören, etwa über Israel.“
Da sind wir wieder schnell bei den Doppelstandards.
Während Israel stets dämonisiert wird oder ganz einfach keine Solidarität gezeigt wird, scheint man bei den Mullahs auf Samtpfoten unterwegs zu sein und dabei die zuvor ermutigten Iraner auch noch im Stich zu lassen. Von der UN und der EU kam auch nicht viel, wie nicht anders zu erwarten war.
Im Weltverfolgungsindex 2026 von Open Doors liegt der Iran auf Platz 10, Nigeria auf Platz 7, Indien auf Platz 12, als Beispiele. Mit Indien wollen wir jetzt angeblich mehr Geschäfte machen, was auch einiges aussagt.
Open Doors hat einen ganz aktuellen Bericht vom 15.01.2026:
„Iran: Wie Christen die Demonstrationen erleben“. Ein Absatz daraus:
Ein iranischer Christ berichtet: „Unser geliebter Iran schreit nach Gerechtigkeit, Würde und einer Zukunft, in der alle Bürger, einschließlich der Christen, in Frieden und ohne Angst und Armut leben können. Möge der Mut unseres Volkes der Keim für ein erneuertes und geeintes Heimatland sein.“
Und die drei ersten Gebetsanliegen:
1) Beten Sie für Frieden, Schutz und Weisheit für die Menschen im Iran inmitten von Gewalt und Unsicherheit.
2) Beten Sie um Trost für Familien, die Angehörige verloren haben, und um göttliche Heilung für Verletzte und Traumatisierte.
3) Beten Sie für iranische Christen, um Mut, Schutz und Ausdauer in dieser Zeit der Unruhen.
„Entsetzlich ist auch das Schweigen derjenigen, die sich sonst gerne schnell empören, etwa über Israel.“
Das Wort „entsetzlich“ ist bei Weitem zu milde.
Danke, Herr Frick. Ihre Kommentare und Meinungen sind stets knackig und faktenbasiert.
Danke, Herr Frick.
Ich habe aber auch den Eindruck, daß die Mullahs gar nicht mehr an den islamischen Allah glauben, sondern eher an einen Djinn,
welcher sich als Gott ausgibt, aber in Wirklichkeit nichts weiter ist als ein zerstörerischer und blutsaufender Dämon.
Denn der wahre Allah hat nichts mit Menschenopfern im Sinn, schon gar nicht in dieser Größenordnung, und das auch noch am eigenen Volk.
SHALOM