CARACAS / JERUSALEM (inn) – Venezuela hat den argentinisch-israelischen Staatsbürger Ja’akov Harari aus dem Gefängnis entlassen. Das Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu (Likud) bestätigte die Freilassung am Dienstag auf X. Der 72-jährige war einer von insgesamt 125 Inhaftierten, die im Januar 2025 von Nicolás Maduro (Vereinigte Sozialistische Partei) beschuldigt wurden, als „ausländische Söldner“ Gewalttaten in Venezuela zu planen. Inzwischen ist Harari wieder in Israel.
Vor der offiziellen Bekanntgabe telefonierte Netanjahu mit Harari. Bei dem Gespräch waren dessen Töchter Jael und Ja’ara zugegen, die ihren Vater mehr als ein Jahr nicht gesehen hatten. Der Premierminister wünschte der Familie eine schnelle Erholung und Rückkehr zum Alltag „nach dem Albtraum, den sie durchlebt haben“.
Netanjahu dankte dem Außenministerium, dem Auslandsgeheimdienst Mossad und dem Koordinator für Geiseln und vermisste Personen für ihre gute Arbeit. Auch dankte er der US-Regierung sowie den Regierungen von Deutschland, Österreich und Italien für deren Unterstützung bei der Rückführung Hararis nach Israel.
Harari: „Ich bin kein Söldner“
Ja’akov Harari wurde im Oktober 2024 in Venezuela verhaftet und ohne Prozess zu 25 Jahren Haft verurteilt, schrieb die israelische Zeitung „Yediot Aharanot“ am Mittwoch. Zuletzt war er in einem Gefangenenlager im Bundesstaat Miranda untergebracht. Nach seiner Freilassung berichtet Harari von harten Haftbedingungen und psychischer Folter.
So teilte er sich die Zelle mit Menschen aus 48 Ländern. Der Zugang zur medizinischen Versorgung war eingeschränkt und die Inhaftierten litten zudem unter Nahrungsknappheit. Einige von ihnen haben sich deshalb das Leben genommen, sagt Harari.
Die Anschuldigung, er sei ein Söldner, weist er entschieden zurück: „Ich bin ein 72 Jahre alter Mann mit Gesundheitsproblemen und auf Medikamente angewiesen. Ich bin kein Söldner, nur ein einfacher Geschäftsmann“.
Venezuela hat seit 2009 keine diplomatischen Beziehungen mehr zu Israel. Eine vorsichtige Annäherung 2017 scheiterte an Venezuelas Nähe zu dem Iran und der Terror-Organisation Hisbollah. Um die Belange von Israelis kümmert sich das israelische Konsulat in Kolumbien.
Harari kam im Rahmen der Freilassung von politischen Gefangenen frei, nachdem der venezolanische Präsident Maduro von den USA in einer umstrittenen Aktion festgenommen und in New York vor Gericht gestellt wurde. Die venezolanische Regierung bezeichne die Freilassung von 116 Personen als „Geste des guten Willens“ gegenüber den USA, schreibt „Yediot Aharanot“. (mw)
2 Antworten
Jakov Harari und seine Familie erlebten grobes Unrecht. Kein Geld der Welt kann das Geschehene wiedergutmachen. Dennoch fordert dieser Fall eine sehr großzügige Entschädigung fuer Jaakov Harari und seine Familie.
Der Kommunist Maduro (Vereinigte National-Sozialistische Partei) hinter Schloss und Riegel. Das freut uns sehr.