JERUSALEM (inn) – Die Familie gab sich von Anfang an nicht mit der Auffassung zufrieden, Avraham Ben-Zion sei bei einem Raubüberfall ums Leben gekommen. „Es konnte nicht sein, dass das ein versuchter Autodiebstahl war“, sagte die Tochter Rojtel am Donnerstag der Tageszeitung „Yediot Aharonot“. „Wer ein Fahrzeug stehlen möchte, stiehlt es und fährt weiter und verwundet niemanden.“ Ihr Vater hingegen sei so schwer verletzt gewesen, dass die Angehörigen Schwierigkeiten gehabt hätten, ihn zu identifizieren.
Ben-Zion stammte aus Netiv HaGdud im Jordantal. Der 63-jährige Bauer war im Dezember 2014 auf dem Weg zu einem Geschäftstermin in der Küstenstadt Aschdod. An der Alon-Kreuzung im Jordantal rammten ihn drei Palästinenser leicht – wie sie später im Verhör aussagten, wollten sie ihn zum Anhalten und Aussteigen bringen. Anschließend blendeten sie ihn mit Tränengas und stahlen sein Fahrzeug. Bei einem Wendemanöver überfuhren sie den Israeli – einen Tag später erlag er seinen schweren Verletzungen.
Die drei Palästinenser aus dem Dorf Akraba wurden festgenommen: Amir Bani Dschabar, Asraf Abu Katab und Mohammed Bani Dschama. Die Ermittler werteten den Vorfall als Raubüberfall. Doch am Mittwoch wurden die Palästinenser vor dem Militärgericht von Samaria angeklagt. Demnach hatte die Staatsanwaltschaft bereits im Januar 2015 entschieden, dass sie aus „nationalistischen“ Motiven gehandelt hätten. Sie waren schon früher wegen Verbrechen gegen Israel verhaftet worden.