Derzeit leben rund 47.000 Menschen auf den Golan-Höhen in Israel. Je nach Quelle sind die Juden in dem Gebiet eine Minderheit: Laut dem Zentralen Büro für Statistik leben auf dem Golan rund 20.500 Juden. Eine Sprecherin des Golan-Regionalrates spricht von 25.200 Juden, wie die Tageszeitung „Ha‘aretz“ berichtet. Die weiteren Einwohner sind vor allem Drusen und andere Araber.
Laut dem Statistikbüro sind die Golan-Höhen die am wenigsten besiedelte Region Israels. Hier leben pro Quadratkilometer 40 Einwohner. Das Gebiet in Nordostisrael entspricht etwa einem Fünftel der Größe des Westjordanlandes. Wäre es in dem Tempo besiedelt worden wie Judäa und Samaria, müssten dort heute etwa 80.000 Juden leben.
Rund 50 Jahre nach der Eroberung durch Israel gibt es auf dem Golan vier drusische Ortschaften, mehr als 30 Kibbutzim und Moschavim sowie die Stadt Katzrin. Sie gilt als Hauptstadt des Golan. Der Vorsitzende der Entwicklungsgesellschaft Galiläa, Uri Dorman, forderte die Regierung zur Stärkung des Golan auf. „Es ist nicht so, dass sie uns vernachlässigen, und es gibt Absichten, sich auf die Region zu konzentrieren und das demographische Wachstum zu fördern. Aber wir müssen abwarten, ob das wirklich umgesetzt wird“, sagte Dorman.
Im Dezember 2013 hatte die Regierung beschlossen, bis zum Jahr 2017 umgerechnet rund 48,4 Millionen Euro in die Entwicklung der drusischen Dörfer zu investieren. Im Januar 2014 hat die Regierung 750 neue Grundstücke für den Bau von Häusern oder zur landwirtschaftlichen Nutzung freigegeben. Sie können voraussichtlich ab 2018 genutzt werden. Rund 87 Millionen Euro sind nötig, um das Ackerland vorzubereiten, das Wasser- und Stromnetz auszubauen und Landminen zu beseitigen. Im Juni 2014 hat die Regierung Gelder zur Entwicklung der Stadt Katzrin bereitgestellt. Derzeit befinden sich alle Ortschaften auf den Golan-Höhen in einem Wachstumsprozess. Sollten die Regierungspläne so umgesetzt werden, könnte sich die Region nach Jahren der Stagnation weiterentwickeln. (dn)