„Stätte der verbrannten Torah-Rollen zerreißt das Herz“

HEBRON (inn) – Unbekannte haben am Wochenende eine provisorische Synagoge im Westjordanland in Brand gesteckt. Sie war den drei im Juni 2014 ermordeten Talmudschülern gewidmet. Der israelische Regierungschef forderte eine weltweite Verurteilung der Tat.
Die Überreste der verbrannten Torah-Rollen aus der Gedenksynagoge
Die Welt verurteile jede Entweihung einer Moschee – zu Recht, wie Israels Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag befand. Doch nun erwarte er „von allen hier und in aller Welt“ gleichermaßen einen Aufschrei „angesichts dieser abscheulichen Tat“. Damit nahm er Bezug auf den Brandanschlag auf eine provisorische Synagoge nahe der Siedlung Karmei Zur, nördlich von Hebron. Unbekannte hatten das Zelt in Brand gesteckt, mehrere Torah-Rollen wurden dadurch zerstört. Die Synagoge befindet sich oberhalb der Stelle, an der im Juni 2014 die Leichen der Talmudschüler Ejal Jifrach, Gil-Ad Scha‘ar und Naftali Frankel entdeckt wurden. Hamas-Anhänger hatten die drei Jugendlichen zuvor entführt und ermordet. Das provisorische Gebetshaus ist den Terror-Opfern gewidmet. Netanjahu bezeichnete die Entweihung als Folge jener palästinensischen Hetze, die auch die aktuelle fünfmonatige Gewaltwelle gespeist habe. „Wir werden alles tun, um die Täter zu finden und vor Gericht zu stellen“, zitiert ihn die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

„Akt des Antisemitismus“

Bildungsminister Naftali Bennett sagte: „Die Bilder verbrannter heiliger Bücher in einer Synagoge kommen direkt aus den dunkelsten Nächten der Geschichte unseres Volkes.“ Die „Anti-Defamation League“ in den USA sprach von einem „Akt des Antisemitismus“. Staatspräsident Reuven Rivlin ließ am Samstag verlauten, die Stätte der verbrannten Torah-Rollen in Gusch Etzion zerreiße ihm das Herz. Der Angriff auf die Heiligtümer unseres Volkes schmerzt umso mehr, wenn er an dem Ort geschieht, der an Ejal, Gil-Ad und Naftali erinnert, die von grausamer Hand ermordet wurden.“ Bei dem Brandanschlag wurde niemand verletzt. Nach Angaben der Polizei führen verdächtige Fußspuren in die nahegelegene palästinensische Ortschaft Halhul. (eh)

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