Umfrage: Mehr als Hälfte der Palästinenser lehnt Intifada ab

RAMALLAH / GAZA (inn) – Weniger als die Hälfte der Palästinenser unterstützen laut einer Umfrage eine dritte Intifada oder einen bewaffneten Aufstand. Das ist ein signifikanter Rückgang, denn im Dezember befürworteten noch fast zwei Drittel die Gewalt gegen Israelis.
Sanitäter nach einem Messerangriff im Oktober – diese Gewalt unterstützen jetzt weniger Palästinenser
Die Unterstützung der Palästinenser in Gaza und im Westjordanland für eine bewaffnete Intifada sinkt. Aktuell befürworten 42 Prozent der Befragten einen neuen gewaltvollen Aufstand. Im Westjordanland lehnen dies 57 Prozent der Palästinenser ab, im Gazastreifen sind es 48 Prozent. Das geht aus einer Umfrage des Instituts für „Forschung und Entwicklung in der Arabischen Welt“ (AWRAD) hervor, aus der die Onlinezeitung „Times of Israel“ zitiert. Die Hälfte der Palästinenser glaubt, dass ein Aufstand eine palästinensische Eigenstaatlichkeit beeinträchtige. Fast zwei Drittel (64 Prozent) gehen davon aus, dass sich die Situation insgesamt „in die falsche Richtung bewegt hat“. In Gaza sind das 79 Prozent der Palästinenser, im Westjordanland 55 Prozent. Mitte Dezember unterstützten zwei Drittel der Palästinenser die Welle der Messer-Angriffe gegenüber Israelis sowie einen größeren bewaffneten Aufstand.

Favorit bei palästinensischer Wahl: Fatah-Führer Barghuti

In der Umfrage sprachen sich 78 Prozent der Palästinenser gegen die Auflösung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) aus. Die Mehrheit (79 Prozent) wünscht sich sofortige palästinensische Wahlen, die seit zehn Jahren nicht mehr stattgefunden haben. Wären aktuell direkte Wahlen, würde der PA-Präsident Mahmud Abbas 36 Prozent der Stimmen bekommen, 22 Prozent erhielt Hamas-Führer Ismail Hanije. Wäre anstatt Abbas der wegen mehrfachen Mordes in Israel inhaftierte Fatah-Führer Marwan Barghuti wählbar, fiele ihm mit 52 Prozent die Mehrheit der Stimmen zu, Hanije zählte dann 18 Prozent der Stimmen. Für die Umfrage befragte AWRAD 1.200 Palästinenser. (ms)

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