Rivlin: IS-Ideologie wird populärer in arabischer Gesellschaft

TEL AVIV (inn) – Israels Präsident Reuven Rivlin hat davor gewarnt, dass die Ideologien des „Islamischen Staates“ in der arabischen Gesellschaft angekommen sind und populärer werden. Er forderte, mehr Geld in die Ausbildung im arabischen Sektor zu investieren.
Rivlin warnt vor einem wachsenden Einfluss der Ideologie des „Islamischen Staates“ in der arabischen Gesellschaft
Dschihadistische Ideen verbreiteten sich in einem leeren Raum, den die Regierung vernachlässige und in dem ein Misstrauen zwischen Arabern und Juden herrsche. Das hat der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin laut der Onlinezeitung „Times of Israel“ bei einer Sicherheitskonferenz am Montag in Tel Aviv erklärt. Er forderte die Regierung auf, neue Gelder in die arabischen Gemeinschaften zu investieren, um einem wachsenden Einfluss des „Islamischen Staates“ zu begegnen. Ermittlungen, Verhaftungen, Zeugenaussagen und Analysen wiesen auf eine wachsende Unterstützung und auch einen Anstieg der Versuche, der Terrormiliz beizutreten. In mehreren Beduinendörfern im Negev und arabischen Ortschaften sei eine signifikante Radikalisierung zu verzeichnen. Orte und Gruppen, die als säkular gelten, fühlten den Einfluss extremistischer Ideen. „Mehr und mehr moderate Stimmen fühlen sich bedroht.“

Viele israelische Araber fühlen sich wie Bürger zweiter Klasse

Rivlin sagte bei der Konferenz des Institutes der Studien für Nationale Sicherheit an der Tel Aviver Universität: „Der Staat Israel muss eine Alternative anbieten, eine Alternative, die keine Angst hat vor einer positiven und sicheren israelisch-palästinensischen Identität.“ Er fügte direkt an, dass diese Alternative gleichzeitig „unter keinen Umständen die Delegitimierung des Staates Israel oder das Einlassen mit dessen schlimmsten Feinden akzeptiert“. Bei Treffen mit Lehrern in der arabischen Gemeinschaft erfuhr Rivlin, dass sich viele israelische Araber wie Bürger zweiter Klasse in dem Land fühlten. Sie fühlten sich diskriminiert, wenn es um den Zugang zu Institutionen oder öffentliche Gelder geht. Israel müsse Wege finden, „das Vertrauen zwischen Arabern und Juden wiederherzustellen“. Sicherheitsdienste gehen davon aus, dass rund 50 israelische Araber zur Terror-Organisation „Islamischer Staat“ im benachbarten Syrien gereist sind, um für sie zu kämpfen. (ms)

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