Wegen Bericht über PA-Hilfe bei Terroristen-Jagd: Palästinensischer Journalist verhaftet

RAMALLAH (inn) – Die Palästinensische Autonomiebehörde hat einen Journalisten der Nachrichtenagentur „Ma‘an“ festgenommen. Er hatte berichtet, dass die palästinensischen Dienststellen Israel bei der Suche nach Mordverdächtigen im Fall des jüdischen Ehepaares Henkin geholfen haben.
Ein Journalist vermeldete Informationen, die der palästinensischen Regierung nicht gefielen. Daraufhin wurde er festgenommen. (Symbolbild)
Palästinensische Sicherheitskräfte haben den palästinensischen Journalisten Salim Sweidan verhaftet. Der für die Nachrichtenagentur „Ma‘an“ arbeitende Reporter hatte berichtet, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) Israel Informationen zur Verfügung gestellt hat, die mit zur Verhaftung von Mordverdächtigen geführt haben soll. So meldet es die Nachrichtenagentur auf ihrer Internetseite. Konkret handelt es sich um den Fall des ermordeten jüdischen Ehepaares Eitam und Na‘ama Henkin vergangenen Oktober. Der Journalist Sweidan berichtete auf der Seite von „Nablus TV“, dass Offizielle an der Verhaftung von Hamas-Vertretern beteiligt waren. Sweidan leitet den Sender im Norden des Westjordanlands. Der israelische Inlandsgeheimdienst Schabak sagte, dass eine Hamas-Zelle aus Nablus an dem Mord an Eitam und Na‘ama Henkin verantwortlich sei. Die palästinensische Regierung beschuldigt den Journalisten der „Verleumdung“ sowie „falscher Berichterstattung“. Zudem habe er Fakten in der Berichterstattung erwähnt, „die gegen die nationale Verantwortung sind“, und damit journalistische Ethik und die nationale Einheit verletzt. Der zuständige Anwalt entschied am Sonntag, Sweidans Untersuchungshaft um 24 Stunden zu verlängern.

Reporter: Bericht bestreiten statt Journalisten verhaften

Journalisten der Nachrichtenagentur verurteilten die Festnahme Sweidans. In einer Erklärung heißt es, dass die palästinensischen Sicherheitskräfte den Bericht hätten bestreiten können, anstatt einen Journalisten zu verhaften. Sie merkten zudem an, dass Sweidan nicht die Quelle der Informationen gewesen sei, über die er berichtet hat. „Ma‘an“ forderte internationale Rechtsgruppen und Menschenrechtsorganisationen auf, sich in diesem Fall einzuschalten und sich für Sweidans Freilassung einzusetzen. (ms)

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