„Diese Versammlung soll den Märtyer Naschat Milhem ehren, weil es keinen Unterschied gibt zwischen Märtyrern aus dem Westjordanland und Märtyrern aus den Gebieten von 1948.“ Mit diesen Worten erklärte ein bewaffneter Palästinenser namens Abu Ahmad der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma’an“, warum in Gaza ein israelischer Araber in Abwesenheit „zu Grabe getragen“ wurde. Der Palästinenser gehört den Al-Nassar-Salah-al-Din-Brigaden an, dem militärischen Flügel der „Volkswiderstandskomitees“ (PRC).
Mit der Zeremonie ehrte die Gruppe den Mann, der am 1. Januar in Tel Aviv drei Menschen getötet und sieben weitere verletzt hatte. Bei seinem Anschlag auf ein Café in der Küstenmetropole starben die Juden Alon Bakal und Schimon Ruimi. Den Taxifahrer Amin Schaaban, einen Beduinen, erschoss Milhem auf der Flucht in seinen nordisraelischen Heimatort Arara.
Eine Woche lang hielt der Attentäter Inlandsgeheimdienst Schabak und Polizei in Atem. Am Montag deuteten DNA-Spuren darauf hin, dass er sich in einem leerstehenden Gebäude in Ar‘ara aufhielt. Am Freitagnachmittag umstellten Sicherheitskräfte das Haus. Laut Polizei eröffnete Milhem das Feuer, als er das Aufgebot erblickte. Daraufhin habe er das Gebäude verlassen und sei etwa 200 Meter gerannt, bevor er niedergeschossen wurde. Die Sicherheitskräfte hatten die Anweisung erhalten, ihn möglichst lebend festzunehmen. Dies berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.
Nach dem Anschlag hatte die Polizei den Vater Mohammed Milhem sowie die Brüder Dschuadat und Ali zum Verhör festgenommen. Mittlerweile sind sie wieder auf freiem Fuß. Fünf weitere Angehörige und Freunde des Arabers standen ebenfalls unter Verdacht der Beihilfe. Der Vater hatte seinen Sohn nach dem Angriff auf Aufnahmen einer Überwachungskamera erkannt und gegenüber den Sicherheitskräften identifiziert.