Rabbiner wollen Todesstrafe für Terroristen

JERUSALEM (inn) – Dutzende Rabbiner in Israel haben die Todesstrafe für Terroristen gefordert. Angesichts der palästinensischen Terrorwelle gegen Juden wenden sie sich mit einer Petition an die Regierung.
In Israel wurde nur einmal die Todesstrafe angeordnet: Adolf Eichmann wurde 1962 gehängt
Initiiert wurde der Appell von der Organisation „Derech Chaim“ (Weg des Lebens). 29 Rabbiner haben die Petition unterzeichnet. Sie fordern die Regierung auf, Terroristen, die Juden angreifen, mit dem Tod zu bestrafen. „Unsere heilige Torah lehrt uns, dass es gerecht und recht ist, einen Mörder zu bestrafen“, heißt es in dem Aufruf laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Die Rabbiner zitieren dabei unter anderem aus der Torah, 1. Mose 9,6. Dort heißt es: „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden.“ In einem Krieg gegen einen grausamen Feind müsse Israel mit starker Hand vorgehen, schreiben die Rabbiner. Ihre Forderung untermauern sie mit einem Kommentar des französischen Rabbiners Schlomo Jizchaki, genannt Raschi: „Habe kein Mitleid mit ihnen, denn sie werden auch kein Mitleid mit dir haben.“ Raschi zählt zu den bedeutendsten jüdischen Gelehrten des Mittelalters. In der Petition heißt es weiter: „Nachsichtiges Verhalten ermutigt zum Terror. Das wilde Vorhaben der Terroristen ist, dem jüdischen Volk allgemein und den jüdischen Siedlungen im Land Israel im Besonderen zu schaden. Sie sollten deshalb vielmehr als Feind betrachtet werden, der getötet werden muss, statt Mitleid mit diesen grausamen Menschen zu haben.“ Wenn mit starker Hand gegen die Terroristen vorgegangen werde, schrecke dies den Feind ab. Es ruiniere dessen Hoffnungen und verhindere künftige Attacken. Es sei die Pflicht der Regierung, „diese mörderische Krankheit auszurotten“. „Auch heute noch erlaubt der Staat die Verhängung der Todesstrafe für Terroristen. Wir fordern, dass die Behörden ihre Pflicht erfüllen und diese in der Praxis ausüben.“ Einer der Unterzeichner, Rabbi Jossi Palai, sagte laut „Yediot Aharonot“: Ohne Todesstrafe säßen Terroristen „bei guten Bedingungen im Gefängnis und kommen bei einem Austausch wieder frei“. Solches Vorgehen untergrabe den Sinn einer Bestrafung. „Wir sollten deshalb nicht überrascht sein, wenn die Öffentlichkeit selbst gegen Terroristen vorgehen möchte, da sie weiß, dass diese keine angemessene Bestrafung zu erwarten haben. Die Todesstrafe für Terroristen, die Juden verletzen, wird Vernunft und Gerechtigkeit wieder herstellen“, ergänzte Palai. Bisher wurde im modernen Staat Israel ein einziges Mal ein Todesurteil vollstreckt: 1962 an SS-Obersturmbannführer Otto Adolf Eichmann, wegen der Mitverantwortung für die Ermordung von Millionen europäischer Juden in der NS-Zeit. 1954 wurde die Todesstrafe aus dem zivilen Gesetzbuch verbannt. Im Militärgesetz blieb sie hingegen erhalten. (dn)

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