Europaweit Demonstrationen für und gegen Israel

BERLIN / ROM / PARIS (inn) – Zahlreiche Menschen sind in den vergangenen Tagen in europäischen Hauptstädten für oder gegen Israel auf die Straße gegangen. In Berlin gerieten zwei pro-palästinensische Gruppen aneinander.
Bei einer pro-palästinensischen Kundgebung demonstrierten Menschen in Berlin unter dem Motto „Stoppt den israelischen Staatsterror“
In Paris demonstrierten am Sonntag 4.000 Menschen vor der israelischen Botschaft ihre Solidarität mit Israel. Der jüdisch-französische Philosoph Bernard-Henri Levy sagte laut der Onlinezeitung „Times of Israel“, dass die „Welle des Mordens“ gestoppt werden müsse. „Diese Schlacht dient weder dem Frieden noch den Palästinensern.“ In der italienischen Hauptstadt Rom bekundeten unterdessen rund 2.000 Menschen vor der israelischen Botschaft ihre Unterstützung für den jüdischen Staat. Israels Botschafter in Italien, Noar Gilon, sagte laut der „Times of Israel“: „In den Medien gibt es konstante Fehlinformationen darüber, was in Israel passiert.“ Israel werde aber gewinnen, weil das Land „stark und entschlossen“ sei. Auch der Präsident der Kommission für Außen- und Zusammenarbeitsbeziehungen der italienischen Abgeordnetenkammer, Fabrizio Cicchitto, beteiligte sich an der Demonstration.

Papst: „Nein zum Hass“

Papst Franziskus rief am Sonntag zu einem Ende der Gewalt im Heiligen Land auf. Israelis und Palästinenser sollten konkrete Schritte gehen, um die Unruhen zu beenden. Laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ sagte der Pontifex: „In diesem Moment gibt es das Bedürfnis nach viel Mut und Kraft, ‚Nein‘ zum Hass und zur Blutrache zu sagen und Gesten des Friedens zu zeigen.“ In Madrid beteiligten sich rund 300 Personen an einer Solidaritäts-Demonstration. Auf den spanischen Plakaten war zu lesen: „Yo estoy con Israel“, was „Ich stehe für Israel“ heißt. Die Kundgebungen in Rom und Madrid wurden in die jeweils andere Stadt übertragen und tauschten Nachrichten aus.

Volker Beck: „Kundgebung setzt sich nicht für friedliche Koexistenz ein“

Am Freitag gab es in Berlin vor dem Kanzleramt sowohl eine pro-israelische als auch pro-palästinensische Kundgebungen. Die Palästinensische Gemeinde Deutschland (PGD) hatte unter dem Motto „Stoppt den israelischen Staatsterror“ zum Protest aufgerufen. Auf dem Flyer des Vereins prangt der Schriftzug „Intifada3“, und ein Steinewerfer ist zu sehen. Ein weiteres Bild zeigt die geographischen Umrisse von Israel, dem Gazastreifen und dem Westjordanland; gefüllt ist die Fläche mit den Farben des schwarz-weiß-karierten Palästinensertuchs. Im Vorfeld hatte der Grünen-Politiker Volker Beck Innensenator Henkel (CDU) aufgefordert, die Veranstaltung nicht zu genehmigen. In einem Brief schrieb der Vorsitzende der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe: „Diese Kundgebung ist leider keine Veranstaltung, die für einen gerechten Frieden zwischen Palästinensern und Israelis eintritt. Diese Veranstaltung solidarisiert sich im Aufruf mit der Gewalt gegen die israelische Zivilbevölkerung.“ Die pro-israelische Kundgebung mit rund 80 Teilnehmern stand unter dem Motto „Gemeinsam gegen jeden Antisemitismus – Solidarität mit Israel!“ Die Organisatoren wollten dem „Vernichtungsantisemitismus“ der konträren Gruppe entgegen treten. In der Ankündigung hieß es: „Ihr Ziel ist keine Zwei-Staaten-Lösung, es geht nicht um einen Staat Palästina oder eine angebliche Unterdrückung des ‚palästinensischen Volks‘: es geht einzig und allein um die Vernichtung des einzigen jüdischen Staats Israel.“ Wie die Zeitung „Der Tagesspiegel“ berichtet, gab es bei den pro-palästinensischen Demonstranten eine Spaltung. Eine von dem palästinensischen Aktivisten Fuad Afane angeführte rund 20 Personen große Gruppe stieß zu der pro-palästinensischen Demonstration hinzu. Die meist jungen Leute riefen laut Parolen auf Arabisch. Weil der eigentliche Veranstalter der Demonstration Raif Hussein „Tod den Juden“ gehört haben will, entfernte er sich von der Gruppe und bat die Polizei um Hilfe. Wie die Zeitung berichtet, standen danach zwei pro-palästinensische Gruppen vor dem Kanzleramt. Laut der Nachrichtenseite „haOlam.de“ waren am Freitag rund 90 bis 100 Unterstützer bei der eine „Intifada“ unterstützenden Demonstration. Am Samstag trafen sich auf dem Potsdamer Platz erneut knapp 50 Protestierende. In Paris kamen am Samstag hunderte Menschen auf dem Platz der Republik zusammen, um sich mit den Palästinensern zu solidarisieren. Auch in London versammelten sich vor der israelischen Botschaft rund 150 Menschen, um an einer pro-palästinensischen Kundgebung teilzunehmen, meldet die Nachrichtenseite „presstv.ir“. (ms)

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