Aus Ramallah verlautete der Aufruf an die Palästinenser, Israel keinen weiteren „Vorwand“ zu liefern, junge Palästinenser zu töten. Ohne die Mordanschläge auf Israelis und Juden auf dem Weg zum Gebet an der Klagemauer zu verurteilen, bezichtigt die palästinensische Regierung Israel, mehrere der Attentäter und Demonstranten bei Zusammenstößen in Bethlehem und Jerusalem getötet zu haben. Israelische Kommentatoren erklären, dass es Abbas aus innenpolitischen Gründen nicht wagen könne, die Attentate zu verurteilen, weil er sich so zum Kollaborateur mit den Israelis machen würde. Doch letztlich komme sein Aufruf genauso einem Wunsch gleich, die Lage nicht außer Kontrolle geraten zu lassen.
Während Tausende Israelis, darunter auch rechtsgerichtete Minister, in Jerusalem vor der Residenz des Regierungschefs gegen die Verschlechterung der Sicherheitslage für Juden in Jerusalem demonstrierten, hat das israelische Sicherheitskabinett weitere Maßnahmen gegen Steinewerfer und Attentäter beschlossen. Schon in der Nacht zum Dienstag haben Soldaten der Ingenieurseinheit mehrere Häuser und Wohnung von palästinensischen Terroristen zerstört oder versiegelt. Dabei gingen sie gegen die Wohnungen von Attentätern vor, die schon vor langer Zeit Anschläge etwa in der Synagoge im Viertel Har Nof in Jerusalem verübt haben, mit Bulldozern Passanten getötet oder versucht haben, den Tempelbergaktivisten Jehuda Glick zu ermorden.
Um auch die Häuser der Attentäter der vergangenen Tage zu zerstören, bedarf es noch formaler Genehmigungen des Obersten Gerichts. Doch deren Familien haben schon Möbel und Kücheneinrichtungen weggeräumt, in Erwartung der Zerstörung auch ihrer Häuser. Ebenso wurde beschlossen, härter gegen Steinewerfer vorzugehen, die Eltern von Minderjährigen zur Verantwortung zu ziehen und Polizei wie Grenzschutz in Jerusalem zu verstärken.