Der 80-jährige Abbas will innerhalb von zwei Monaten, voraussichtlich im September, zurücktreten. Dem Präsidenten nahestehende Personen verrieten dem israelischen „Kanal 1“ exklusiv, dass sich Abbas „alt“ fühle und „frustriert“ sei. Er empfinde Frust, weil es keinerlei Fortschritte mit Israel gebe und die „palästinensische Sache“ in der Welt kaum noch Widerhall finde, sagte der Reporter Oded Granot.
Ein politischer Berater von Abbas, Nimer Hammad, wies die Meldungen um Abbas‘ Abdanken laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ am Sonntag als „israelische Gerüchte“ zurück. Die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) habe sich an solche aus Israel stammenden Gerüchte gewöhnt. Sie seien Teil von Israels Versuch, die Arbeit der PA-Führungsriege „zu stören“.
Abbas hatte erst kürzlich den seit Jahrzehnten so genannten „Verhandlungschef“ Saeb Erekat zum Generalsekretär des Zentralkomitees der PLO ernannt. Das sei ein Zeichen dafür, dass Erekat die Nachfolge von Abbas antreten könnte, mutmaßt das israelische Fernsehen weiter.
Andere mögliche Nachfolger, darunter der ehemalige Sicherheitschef Mohammed Dahlan, mussten sich ins Ausland in Sicherheit bringen, nachdem ihnen „Aufstand“ gegen Abbas vorgeworfen worden war. (uws/ms)