Ein militärisches Berufungsgericht hat am Sonntag die Haftstrafe eines israelischen Soldaten von zwei auf viereinhalb Monate ausgeweitet. Dieser hatte Ende März einen Palästinenser in der Nähe von Nablus genötigt, ihn zur Siedlung Jitzhar zu fahren. Der 19-jährige Araber befürchtete einen Entführungsversuch und fuhr aus Angst in den Straßengraben, wobei sein Fahrzeug beschädigt wurde. Eine Woche später erhob die Militärstaatsanwaltschaft Anklage gegen den Israeli, Feldwebel Dudu Tau.
Ein Militärgericht verurteilte den Soldaten zu zwei Monaten Haft wegen Amtsmissbrauchs und unangemessenen Verhaltens. Zudem wurde Tau degradiert und sollte umgerechnet rund 1.140 Euro Entschädigung zahlen. Doch die Staatsanwaltschaft legte Berufung gegen das Urteil ein. Denn das Strafmaß entsprach nicht der Vereinbarung aus dem Vergleich, den die Parteien geschlossen hatten. Dies berichtet die Tageszeitung „Ma‘ariv“.
Das Berufungsgericht gab dem Antrag statt und erhöhte die Gefängnisstrafe entsprechend der ursprünglichen Abmachung auf viereinhalb Monate. Zudem muss der Angeklagte jetzt rund 1.230 Euro Entschädigung an den Palästinenser zahlen. Tau hat die Tat gestanden. Die Richter legten ihm auch zur Last, dass er selbst dann nicht von seinem Vorhaben abgelassen habe, als er merkte, dass der Palästinenser sich fürchtete. Ferner habe er den 19-Jährigen zum Schweigen gebracht, als dieser Passanten um Hilfe anrief. (eh)
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