Netanjahu hatte damals in einer emotionalen Rede vor den Vereinten Nationen erklärt, der Iran werde spätestens im Jahr 2013 mit der letzten zum Waffenbau notwendigen Stufe der Uran-Anreicherung beginnen. Seine Ausführungen über die Bedrohung hatte der Premier anhand der cartoonartigen Zeichnung einer Bombe veranschaulicht.
Der arabischsprachige Fernsehsender „Al-Dschasira“ sowie die britische Zeitung „The Guardian“ berichteten am Dienstag, Netanjahu habe seinerzeit stark übertrieben. Dies gehe aus Geheimdienst-Dokumenten hervor, die der Zeitung vorlägen. Demnach habe der Mossad im Oktober 2012 Informationen an den südafrikanischen Geheimdienst weitergegeben. Diese besagten, dass der Iran „derzeit keine Aktivitäten unternimmt, die zum Waffenbau notwendig sind“.
Aus Regierungskreisen in Jerusalem hieß es am Montag, der veröffentlichte Bericht widerspreche Netanjahus Aussagen nicht. In den Papieren werde erklärt, dass der Iran den Reaktorbau und die Uran-Anreicherung vorangetrieben habe und damit schneller in der Lage sein werde, Atombomben zu bauen.