Israelische Armee: Siad Abu Ein starb an Herzversagen

JERUSALEM (inn) – Der Tod von Siad Abu Ein, dem palästinensischen Vertreter für den „Kampf gegen Israels Siedlungspolitik“, ist durch Herzversagen verursacht worden. Das besagt eine interne Untersuchung der israelischen Armee. Palästinenser hatten die Israelis für Abu Eins Tod verantwortlich gemacht.
Die Obduktion hat gezeigt, dass Siad Abu Ein an Herzversagen gestorben ist und nicht durch einen Übergriff israelischer Soldaten und Tränengas.
Die vorläufige Untersuchung zeige zudem, dass die israelischen Soldaten nach Vorschrift gehandelt hätten. Der Einsatz von Tränengas sei überdies berechtigt gewesen, berichtet die Online-Zeitung „Times of Israel“ aus dem Untersuchungsergebnis. Abu Ein war bei der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zuständig für Siedlungsangelegenheiten. Bei einer Auseinandersetzung zwischen jüdischen und palästinensischen Bewohnern des Westjordanlandes im Dezember war Abu Ein ums Leben gekommen. Der Stress des Vorfalls habe das Herzversagen auslösen können, hieß es bereits im Obduktionsbericht vom vergangenen Dezember. Palästinensische Augenzeugen hatten berichtet, der Mann sei von einem israelischen Soldaten geschlagen worden und habe Tränengas eingeatmet. Der Untersuchung der Todesumstände von Abu Ein durch die israelische Armee werde eine unabhängige Untersuchung durch die Militärpolizei folgen, berichtet „Times of Israel“. Siad Abu Ein war bei den Palästinensern hoch angesehen, unter anderem, weil er 1979 in Tiberias eine Bombe gelegt hatte, die zwei Israelis tötete. Im Rahmen des „Abu Dschibril-Gefangenenaustausches“ wurde er schon 1985 aus dem israelischen Gefängnis freigelassen, obgleich ein israelisches Militärgericht ihn zunächst zum Tode und dann zu einer lebenslangen Haft verurteilt hatte.

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