Gaza: Streik legt Krankenhäuser lahm

GAZA (inn) – Das für Krankenhäuser im Gazastreifen zuständige Reinigungspersonal streikt. Der Betrieb der Kliniken kam teilweise zum Erliegen.
Im Schifa-Krankenhaus in Gaza haben sich die Zustände deutlich verschlechtert. (Archivbild)

Die Reinigungskräfte legten die Arbeit nieder, nachdem sie gut sieben Monate keinen Lohn erhalten hatten, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma’an“. Betroffen seien verschiedene Kliniken im Gazastreifen. Auch im größten Krankenhaus der Region, Schifa, stapele sich nun der Müll. „Der Empfang, die Notaufnahme und die Intensivstation sind mit Abfall überladen“, sagte Nasser al-Titir, Chef des „Schifa“-Krankenhauses.
Auch die Operationssäle seien in einem desaströsen Zustand, erklärte der Arzt. Es sei kaum noch möglich, auf Notfälle angemessen zu reagieren, „weil keiner da ist, der nach einer Operation sauber macht“. Einige Ärzte und Schwestern übernähmen dies freiwillig, obwohl auch sie nicht regelmäßig bezahlt würden. Einige von ihnen hätten seit Monaten keinen Lohn bekommen, weil sie noch von der früheren, Hamas-geführten, Regierung eingestellt worden waren.
Der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza, Aschraf al-Kidra, warnte davor, dass sich durch die schlechten Hygienebedingungen Krankheiten in den Kliniken ausbreiten könnten. Es gebe keinen Platz mehr in den Krankenhäusern, um neue Patienten aufzunehmen.
Das Reinigungspersonal streikt seit Oktober kurzfristig. Seit dem vergangenen Dienstag haben die Mitarbeiter die Arbeit vollständig niedergelegt. Eine Reinigungskraft verdient pro Monat etwa 700 Schekel (143 Euro).

Stehlen Beamte Medikamente?

Ein Sprecher des palästinensischen Gesundheitsministeriums sorgte indes mit dem Vorwurf für Wirbel, Beamte im Gazastreifen würden Medikamente stehlen. Während der israelischen Offensive im Gazastreifen seien große Mengen an Medikamenten verschwunden, erklärte Osama al-Nadschar bei einer Pressekonferenz am Sonntag.
„Unsere Ermittlungen haben ergeben, dass einflussreiche Beamte in Gaza die Medizin und die Versorgungsgüter stehlen, und sie nicht in den Krankenhäusern ankommen, wo sie dringend gebraucht werden.“ Das Ministerium sende weiterhin medizinische Güter nach Gaza, so dass es im Westjordanland zu Engpässen bei der Versorgung komme.
Auf die Streiks beim Reinigungspersonal angesprochen sagte Al-Nadschar, dass diese nicht vom Gesundheitsministerium, sondern von privaten Firmen beschäftigt würden. „Sie wurden zum Streik angestachelt, und einige einflussreiche Mitarbeiter beim Gesundheitsministerium haben Freiwillige daran gehindert, den Müll wegzuräumen.“

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