Berichte über israelische Angriffe in Syrien

DAMASKUS (inn) – Die israelische Luftwaffe soll Einrichtungen der Hisbollah in Syrien bombardiert haben. Israel will die Meldungen nicht kommentieren.
Syrien hat bei den Vereinten Nationen gegen die Angriffe protestiert.
Israel habe mehrere Ziele nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus angegriffen, berichtet unter anderem die staatliche syrische Nachrichtenagentur „Sana“ am Sonntag. An dem Angriff sollen acht Kampfjets beteiligt gewesen sein. Die israelische Onlinezeitung „Times of Israel“ spekuliert, dass die Angriffe russischen Raketen galten, die von Syrien aus an die radikal-islamische Hisbollah im Libanon geliefert werden sollten. Verletzte soll es keine gegeben haben. Israel hat eine Beteiligung an den Luftangriffen weder bestätigt noch dementiert. „Wir kommentieren keine Berichte ausländischer Medien“, hieß es lediglich von einer Militärsprecherin. Seit der syrischen Revolution gegen Baschar al-Assad im März 2011 waren immer wieder Waffensysteme in Syrien angegriffen worden, die vermutlich in Russland oder dem Iran produziert wurden und für die Hisbollah bestimmt waren. Die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ berichtet, syrische Diplomaten forderten wegen des Angriffs Sanktionen gegen Israel bei den Vereinten Nationen. Syrien und der Iran haben die Angriffe am Montag verurteilt. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem erklärte, die israelischen Angriffe stärkten die Moral islamischer Kämpfer. Al-Muallem trat in Teheran gemeinsam mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif vor die Presse. Sarif erklärte, dass „die Zionisten“ mit solchen Angriffen die Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ stärkten.

Opposition wirft Netanjahu Kriegshetze vor

Die israelische Opposition sieht indes in den Angriffen auf die Waffenlager ein parteipolitisches Manöver der scheidenden Regierung von Premierminister Benjamin Netanjahu. Dieser habe den Beschuss angeordnet, um sich für die im März stattfindende Wahl als Verteidiger Israels inszenieren zu können, heißt es beispielsweise von der Abgeordneten Jifat Kariv, deren Partei „Jesch Atid“ bis vor kurzem Mitglied der Koalition war. Die Zeitung „Jüdische Allgemeine“ zitiert Schai Nachman von der Arbeitspartei, der die Befürchtung äußert, die Regierung nutze die Sicherheitslage „für ihr eigenes politisches Überleben“ aus.

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