„Israel vollstreckt Todesurteile an Terrorverdächtigen“

RAMALLAH (inn) – Das palästinensische Außenministerium hat Israel gezielte „Feld-Exekutionen“ mutmaßlicher Angreifer vorgeworfen. Am Dienstag kritisierte es die Richtlinien der Armee zum Einsatz scharfer Munition.
Israelische Soldaten greifen bei mutmaßlichen Angriffen zu schnell zum Gewehr, meint das palästinensische Außenministerium.

Am Montag stach eine junge Palästinenserin im Westjordanland auf einen Israeli ein und verletzte ihn leicht. Daraufhin eröffneten israelische Soldaten das Feuer auf die Angreiferin, die schwer verwundet wurde. Diesen Vorfall in der Nähe von Bethlehem nahm nun das palästinensische Außenministerium zum Anlass an einer umfassenden Kritik an Israel.
Einem Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA zufolge sprach das Ministerium von einer absichtlichen, vorsätzlichen „Feld-Exekution“. Die Soldaten hätten keinen Versuch unternommen, die junge Frau festzunehmen. Stattdessen hätten sie sofort auf Amal Takatka geschossen.
In seiner offiziellen Erklärung ging das Außenministerium darauf ein, in welchen Fällen Soldaten das Feuer auf Palästinenser eröffnen dürfen, die der Angriffe gegen israelische Ziele beschuldigt werden. Die Maßnahmen bezeichnete es als „israelische Vorwände“. Die Regierung sei verantwortlich für derartige „Verbrechen“. Die internationale Gemeinschaft müsse unverzüglich einschreiten und dieser Politik ein Ende setzen. Denn sie verstoße gegen internationales Recht, die internationalen Menschenrechte und die Genfer Konventionen.
Nach dem Vorfall berichtete der Radiosender „Kol Israel“, die Angreiferin gehöre zur Fatah. Sie sei bereits früher wegen eines Stichangriffes auf einen Soldaten festgenommen worden.

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