Nach Anschlägen: Fatah streicht Arafat-Gedenken in Gaza

RAMALLAH / GAZA (inn) – Die Fatah-Bewegung hat am Sonntag die Gedenkfeier für Parteigründer Jasser Arafat in Gaza abgesagt. Nach den Anschlägen vergangene Woche kann die Hamas nach eigenen Angaben nicht die Sicherheit der Zeremonie garantieren.
Die Parade in Ramallah zum Arafat-Gedenken 2013 wurde von einem kleinen palästinensischen Jungen angeführt.
Die für Dienstag angesetzte Veranstaltung wäre das erste offizielle Gedenken an Arafat im Gazastreifen, seitdem die Hamas 2007 dort an die Macht kam. Aus Sicherheitsgründen sei die Zeremonie abgesagt worden. Ein hochrangiger Fatah-Vertreter im Gazastreifen sagte laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“: „Nach einer Serie von Explosionen und Angriffen gegen Fatah-Führer wurden wir von Politik- und Sicherheitsbeamten der Hamas benachrichtigt, dass der Sicherheitsdienst nicht in der Lage sei, Verantwortung für die Sicherheitsvorkehrungen während der Arafat-Zeremonie zu übernehmen.“

Vorbereitungen der Feier gestoppt

Mehrere Häuser und Autos von Vertretern der Fatah-Partei im Gazastreifen waren am Freitag Ziel von mutmaßlichen Bombenanschlägen. Die Holzbühne, auf der die Veranstaltung ausgetragen werden soll, war auch Ziel der koordinierten Anschläge. Verletzt wurde jedoch niemand. Keine Organisation bekannte sich zu den Angriffen. Trotz dieser Angriffe wollte die Fatah Ende vergangener Woche noch an dem Termin am Dienstag festhalten. Der Fatah-Vertreter Sakaria al-Agha erklärte weiter: „Sicherheitsdienste in Gaza haben die Arbeiter, die sich um die Reparaturen der Bühne auf dem Al-Katiba-Platz kümmerten, aufgefordert, ihre Arbeit zu beenden und zu gehen.“ Ein Hamas-naher Sprecher bestätigte die Absage. Zudem habe es „logistische Schwierigkeiten“ gegeben. Premierminister Rami Hamdallahs Einheitsregierung habe keine Gehälter an die Sicherheitsdienste in Gaza gezahlt.

Eröffnung des Arafat-Museums

Im Westjordanland eröffnete der palästinensische Präsident Mahmud Abbas während der Gedenkfeier zum zehnjährigen Todestag ein Arafat-Museum in Ramallah. Während der Veranstaltung am Sonntag gab er bekannt, dass er den Schrein des verstorbenen Präsidenten Jasser Arafat so bald wie möglich nach Jerusalem bringen lassen will. Abbas fügte an, dass der verstorbene Führer verdiene, „in den Herzen unseres Volkes unsterblich zu bleiben“. Derzeit befindet sich der Schrein im Hauptquartier des palästinensischen Präsidenten in Ramallah, der Mukata‘a. Das Museum sei ein Ort für Menschen, die Arafat nicht kennen, sagte Abbas. In der Stätte können sie ihn kennen lernen sowie seine Habseligkeiten aus den Tagen vor seinem Tod 2004 besichtigen.

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