Peres warf der Regierung unter Premier Benjamin Netanjahu indirekt einen mangelnden Friedenswillen vor. Er betonte, ohne Frieden werde Israel weder anhaltende Sicherheit, noch eine stabile Wirtschaft, noch eine gesunde Gesellschaft haben. „Ohne Frieden wird Israel seinen jüdischen und demokratischen Charakter nicht erhalten“, sagte Peres weiter. Er fügte hinzu: „So lange es keinen Horizont für eine diplomatische Lösung gibt, werden wir weiter von Krieg zu Krieg leben. […] Über ein anderes Volk zu herrschen ist gegen unsere Werte als Juden. Den Frieden voranzutreiben ist ein Gebot.“
Zu seinem Bedauern gebe es lediglich eine arabische Friedensinitiative. „Wo ist die israelische Friedensinitiative?“, beklagte Peres. Die Friedensabkommen mit Jordanien und Ägypten hätten gezeigt, dass es besser sei, einen kalten Frieden zu haben, als einen heißen Krieg.
Der Ex-Staatschef ging auch auf Netanjahus Forderung ein, die Palästinenser müssten Israel als jüdischen Staat anerkennen. „Ist der jüdische Charakter Israels abhängig von der Unterschrift eines palästinensischen Führers? Natürlich nicht“, sagte Peres laut der Onlinezeitung „Times of Israel“.
An der Gedenkveranstaltung auf dem Rabin-Platz in Tel Aviv nahmen Tausende Menschen teil. Verlässliche Zahlen gibt es derzeit nicht. In den Medien ist von 15.000 bis 60.000 Teilnehmern die Rede.
Der israelische Premierminister Jitzhak Rabin wurde am 4. November 1995 bei einer Friedenskundgebung in Tel Aviv von dem rechtsradikalen Israeli Jigal Amir ermordet. Die Tat ereignete sich an dem Ort, der damals „Platz der Könige Israels“ hieß, mittlerweile aber Rabins Namen trägt.