Armee-Bericht: Weniger Tote bei Angriff auf mutmaßliche Entführer

RAFAH (inn) – Korrigierte Opferzahl: Nicht 130, sondern 41 Palästinenser sind bei einer israelischen Angriffswelle im Gazastreifen Anfang August ums Leben gekommen. Dies geht aus einer Studie der Armee hervor. Der Beschuss sollte die Entführung des Soldaten Hadar Goldin vereiteln.
Nach dem palästinensischen Angriff vermissten die Givati-Soldaten ihren Kommandeur. (Archivbild)

Hintergrund ist eine sogenannte „Hannibal-Order“. Sie wird beim israelischen Militär dann wirksam, wenn der Verdacht besteht, dass ein Soldat entführt wurde. Am 1. August waren Angehörige der Givati-Brigade in Rafah im Einsatz, um Angriffstunnel ausfindig zu machen und zu zerstören. Sie gerieten unter palästinensischen Beschuss. Unter den Angreifern war auch ein Selbstmordattentäter, wie die Tageszeitung „Ma‘ariv“ unter Berufung auf die israelische Untersuchung berichtet.
Nach den Schusswechseln stellte der Stellvertreter von Kommandeur Goldin fest, dass dieser verschwunden war. Die Soldaten begannen eine Verfolgungsjagd in dem Tunnel, in den sich die mutmaßlichen Entführer zurückgezogen hatten. Später wurde Goldin als vermisst gemeldet. Die Givati-Brigade beschloss, die „Hannibal-Order“ mit Artilleriefeuer anzuwenden. Kampfflugzeuge unterstützten die Bemühungen der Bodentruppen.

Vergleich mit palästinensischen Listen

Palästinenser sprachen anschließend von „einem der schwersten Angriffe der israelischen Armee“ während der Operation „Starker Fels“. Das Bombardement habe mehr als 130 Menschenleben gefordert.
Die Israelis verglichen daraufhin die Zahlen mit den Listen der medizinischen Vertreter im Gazastreifen und mit Geheimdienstquellen. Dabei berücksichtigten sie auch Palästinenser, die erst einige Tage nach den Kämpfen ihren Verletzungen erlegen waren. Das südliche Kommando kam in seiner Untersuchung zu dem Schluss: 41 Palästinenser kamen bei der Aktion insgesamt zu Tode, unter ihnen waren zwölf Hamas-Anhänger.
Zwei Kameraden, die neben Goldin standen, starben bei dem palästinensischen Angriff. Der Kommandeur selbst wurde zwei Tage später offiziell für tot erklärt (Israelnetz berichtete). Was mit seiner Leiche geschah, geht aus der Studie nicht hervor.
Am Vorabend der beschriebenen Ereignisse hatte das Militär wegen einer Feuerpause davon abgesehen, mit Artillerie auf ein verdächtiges Haus in Rafah zu schießen. Aus diesem Gebäude kamen am folgenden Morgen die Hamas-Mitglieder, welche die Soldaten angriffen.

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