„London Times“: Keine Anti-Hamas-Anzeige von Elie Wiesel

LONDON (inn) – Die Tageszeitung „The London Times“ druckt eine Anzeige von Elie Wiesel nicht ab, die auf Kindermissbrauch der Hamas hinweist. Die britische Zeitung befürchtet negative Leserreaktionen.
Eine Anzeige von Elie Wiesel gegen Kindesmissbrauch der Hamas wollte "The London Times" nicht abdrucken.

Die Anzeige ist überschrieben mit dem Satz: „Juden lehnten Kinderopfer vor 3.500 Jahren ab. Jetzt ist die Hamas an der Reihe.“ Im Folgenden schreibt der Auschwitz-Überlebende Elie Wiesel unter anderem: „Ich habe gesehen, wie jüdische Kinder ins Feuer geworfen wurden. Und nun sehe ich muslimische Kinder, die als menschliche Schutzschilde benutzt werden.“ In beiden Fällen handele es sich um Verehrer eines Todeskultes, der sich von dem um den Gott Moloch kaum unterscheiden lasse. Als Moloch wird in der Bibel ein phönizisch-kanaanäischer Götze bezeichnet, dem Kinderopfer durch Feuer dargebracht wurden. „Was wir heute erleiden, ist kein Kampf zwischen Juden und Arabern oder Israelis und Palästinensern. Es ist eher ein Kampf zwischen denen, die das Leben feiern, und den Verfechtern des Todes. Es ist ein Kampf zwischen Zivilisation und Barbarismus“, heißt es weiter.
Diese Botschaft erscheint seit vergangener Woche in mehreren amerikanischen Zeitungen. Unter anderem war sie in der „New York Times“, dem „Wall Street Journal“ und der „Washington Post“ zu sehen. „The London Times“ weigerte sich jedoch. Die Meinung, die die Anzeige ausdrücke, sei „zu stark und gewaltsam“ und würde Besorgnis bei einem großen Teil der Leserschaft hervorrufen, begründete die britische Zeitung die Nicht-Veröffentlichung. Das meldet die amerikanische Zeitung „New York Observer“.
Gesponsert wurde die Anzeige vom „The Values Network“, gegründet von Rabbi Schmuley Boteach. Die Organisation will jüdische Werte in den Medien präsenter machen. Zum Statement von „The London Times“ erklärte Boteach: „Elie Wiesel gehört zu den Menschen, die den meisten Respekt verdienen. Er ist Friedensnobelpreisträger und der lebende Beweis für den Holocaust. Es gibt keinen größeren Experten für Völkermord weltweit.“ Seine Forderung nach einem Ende von Kinderopfern der Hamas, die diese als menschliche Schutzschilde missbrauche, und nach einem Stopp der völkermörderischen Charta, die den Tod aller Juden verlange, verletze lediglich die Gefühle derjenigen, die Israel hassten und Antisemiten seien.
Obwohl die britische Zeitung auch eine überarbeitete Anzeige ablehnte, sei Boteach entschlossen, „seine Botschaft auch den Times-Lesern mitzuteilen“, berichtet der „New York Observer“.

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