„Spiegel“: Israelischer Geheimdienst hört Kerry ab

JERUSALEM / WASHINGTON (inn) – Der israelische Geheimdienst hat US-Außenminister John Kerry offenbar während der Nahost-Friedensgespräche abgehört. Das meldet das Magazin „Der Spiegel“. Diese Informationen könnten sich negativ auf das bereits angespannte Verhältnis beider Länder auswirken.
Abhören von Verbündeten: Kerry (l.) und Israels Premier Netanjahu (Archivbild)

Die Telefonate von Außenminister Kerry während der Friedensverhandlungen im vergangenen Jahr sollen von einem der israelischen Geheimdienste sowie mindestens einem weiteren Geheimdienst mitgehört worden sein, berichtet „Der Spiegel“ unter Berufung auf mehrere Quellen aus Geheimdienstkreisen. Wahrscheinlich habe auch der russische oder chinesische Geheimdienst die Leitung abgehört. Der Politiker hatte zwischen Israel, der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und arabischen Staaten vermittelt. Weder Washington noch Jerusalem wollten sich zu den neuen Vorwürfen äußern.

Telefonate über unverschlüsselte Leitungen

In der Hochphase dieser Gespräche habe Kerry nicht nur verschlüsselte Leitungen genutzt, sondern auch normale Telefone, deren Signal unverschlüsselt über Satellit übertragen und abgehört wurde. Die israelische Regierung habe die daraus gewonnenen Informationen in den Verhandlungen über eine diplomatische Lösung genutzt.
Das Verhältnis zwischen den USA, die Israel grundsätzlich unterstützen, und dem jüdischen Staat ist derzeit angespannt. Die USA reagierten Ende Juli verstimmt auf israelische Kritik an einem aktuellen Vermittlungsversuch Kerrys im Gaza-Konflikt. Der Diplomat hatte einen Vorschlag vorgelegt, der aus Sicht von Beobachtern die radikal-islamische Hamas bevorzugt (Israelnetz berichtete).

US-Gelder für Raketenabwehrsystem

Am Freitag genehmigte der US-Kongress umgerechnet rund 168 Millionen Euro für das israelische Raketenabwehrsystem „Eisenkuppel“, berichtet die Tageszeitung „Wall Street Journal“. Der Senat hatte zuvor bereits zugestimmt.

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