Zwölf Stunden humanitäre Waffenruhe

JERUSALEM / GAZA (inn) – Israel und die radikal-islamische Hamas haben am Samstag in eine zwölfstündige Feuerpause für humanitäre Zwecke eingewilligt. Die Zahl der gefallenen israelischen Soldaten und Palästinenser stieg zuvor erneut. US-Außenminister John Kerry ist für ein Krisentreffen nach Paris gereist.
Israel und die Hamas wollen nach Verlängerung bis 24 Uhr Ortszeit die Waffen ruhen lassen.

Das israelische Militär und ein hoher Hamas-Funktionär bestätigten die zwölfstündige Waffenruhe, die um 7 Uhr deutsche Zeit startete. Diese Zeitspanne wurde am Samstagabend um weitere vier Stunden verlängert. Während der Phase sollen sich die Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln eindecken und die Krankenhäuser ihre Medikamentenvorräte aufstocken. Internationale Hilfsorganisationen könnten in dem Zeitraum Einsätze leisten. Während der Feuerpause wolle Israel die Angriffe auf Waffentunnel der Hamas nicht aussetzen.
In Paris begann unterdessen am Samstag ein internationales Treffen zur Waffenruhe im Gaza-Konflikt. Daran beteiligt sind laut Auswärtigem Amt (AA) US-Außenminister Kerry und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier. Weitere Teilnehmer sind der französischer Außenminister Laurent Fabius, Philip Hammond aus Großbritannien sowie Vertreter aus Italien, Katar, der Türkei und die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton. Das AA gab bekannt: „Ziel des Treffens ist es, internationale Bemühungen zusammenzuführen, um Möglichkeiten für Fortschritte hin zu einem Waffenstillstand für Israel und Gaza zu sondieren.“

37 israelische Soldaten und über 850 Palästinenser getötet

Die Zahl der im Gazastreifen getöteten israelischen Soldaten stieg vor der Waffenruhe auf 37 an. Auch drei Zivilisten kamen auf israelischer Seite ums Leben. Die Zahl der getöteten Palästinenser in dem Konflikt stieg auf 865, darunter 208 Kinder und 82 Frauen, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit. Laut israelischem Militär sind unter den Toten der Operation „Starker Fels“ mehrere Hundert Hamas-Kämpfer.
Israels Regierung hatte Außenminister Kerrys Vorschlag über eine einwöchige Waffenruhe am Freitg in seiner gegenwärtiger Form einstimmig abgelehnt, meldete die Onlinezeitung „Times of Israel“. Die Diskussionen über Nachbesserungen gingen aber weiter. Die militanten Palästinenser hatten auch den Vorschlag geprüft, aber zunächst nicht offziell darauf reagiert.

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