Durch den Raketenangriff bei Dimona kam ein etwa 30 Jahre alter Beduine ums Leben. Zwei Frauen sowie ein zwei Monate altes Baby und ein fünfjähriger Junge wurden bei dem Angriff verletzt. Das berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“. Es ist der zweite israelische Zivilist, der im jüngsten Konflikt durch palästinensischen Beschuss getötet wurde.
Am Samstagmorgen war es in Südisrael zu einem Schusswechsel zwischen Soldaten und palästinensischen Terroristen gekommen. Neun schwer bewaffnete Mitglieder der Hamas waren durch einen Tunnel nach Israel eingedrungen. Als sie von einer Patrouille entdeckt wurden, kam es zu dem Gefecht. Dabei wurden zwei Soldaten und ein Terrorist getötet. Zwei weitere Soldaten erlitten Verletzungen. Die Hamas-Mitglieder flüchteten zurück in den Gazastreifen. Bei den getöteten Israelis handelt es sich um Adar Branso (20) und Amotz Greenberg (40). Der Name des getöteten Terroristen wurde noch nicht bekannt gegeben.
Hamas-Führung versteckt sich in Tunneln
Unterdessen setzt die Armee ihre Bodenoffensive gegen die Terrorinfrastruktur der Hamas im Gazastreifen fort. In der Nacht zum Samstag wurden dabei drei Soldaten verletzt, einer von ihnen schwer. Der Einsatz richtet sich vor allem gegen das weit verzweigte Tunnelsystem der radikal-islamischen Organisation im Grenzgebiet zu Israel.
Während die Tunnel in Richtung Ägypten hauptsächlich dem Schmuggel dienen, werden die unterirdischen Gänge in Richtung Israel zu Terrorzwecken genutzt. Terroristen versuchen, nach Israel einzudringen, um Anschläge zu verüben oder Israelis zu entführen. Auch im Inneren des Gazastreifens gibt es Tunnel. Sie dienen als Fluchtwege oder Versteck. Laut der Armee versteckt sich die Hamas-Führung seit Beginn der Militäroperation „Starker Fels“ am 8. Juli in solchen Tunneln.
Palästinenser setzten ihre Raketenangriffe auf Israel auch am Samstag weiter fort. Raketenalarm ertönte unter anderem in Kirijat Malachi, Aschkelon, Aschdod, Gedera und Dimona. Seit Beginn der Militäroperation vor zwölf Tagen haben Palästinenser rund 1.300 Raketen auf Israel abgefeuert. Mit seinem Einsatz im Gazastreifen will Israel die Angriffe unterbinden. Durch israelischen Beschuss in dem Küstengebiet kamen bislang mehr als 330 Palästinenser ums Leben. Die Zahl der Verletzten liegt bei fast 2.400.
Ägypten will weiter vermitteln
Eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe hatte Israel am vergangenen Dienstag akzeptiert, die Hamas hatte diese jedoch abgelehnt. Am Samstag teilte der ägyptische Außenminister Samih Schukri in Kairo mit, sein Land halte an dem Vorschlag für die Waffenruhe fest. Der Plan berücksichtige die Bedürfnisse beider Seiten. Seine Regierung hoffe auf internationale Unterstützung, sagte Schukri nach einem Treffen mit dem französischen Außenminister Laurent Fabius.