Bodenoffensive: Bedauern und Verständnis

GAZA / JERUSALEM (inn) – UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat den Einsatz von Bodentruppen im Gazastreifen bedauert. Er forderte sowohl Israel als auch die Hamas dazu auf, alles zu tun, um Zivilisten besser zu schützen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Außenminister John Kerry bekräftigten unterdessen ihre Unterstützung für Israels Recht auf Selbstverteidigung.
Israelische Soldaten bereiten sich auf die Bodenoffensive im Gazastreifen vor.

Nach Beginn der Bodenoffensive am Donnerstagabend teilte Ban laut einer Erklärung der Vereinten Nationen mit: „Ich bedauere, dass trotz meines wiederholten Drängens, und dem vieler regionaler und internationaler Führer zusammen, ein bereits gefährlicher Konflikt noch weiter eskaliert ist.“ Er rief Israel und die Hamas auf, mehr zu unternehmen, um weitere zivile Opfer zu vermeiden. Für den Konflikt könne es keine militärische Lösung geben, betonte der UN-Generalsekretär. Er forderte ein sofortiges Ende des „willkürlichen“ palästinensischen Raketenbeschusses und der israelischen Vergeltungsmaßnahmen.
Frankreichs Außenminister Laurent Fabius zeigte sich „extrem besorgt“ über Israels Bodenoffensive. Er forderte die Regierung in Jerusalem zu „äußerster Zurückhaltung“ auf. Fabius will sich am heutigen Freitag in Kairo mit dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas und mit US-Außenminister John Kerry treffen. Dabei soll es um eine „anhaltende Waffenruhe“ gehen.
Nachdem am Mittwoch bei einem israelischen Angriff vom Meer aus vier palästinensische Kinder am Strand von Gaza ums Leben gekommen waren, haben auch die USA Israel dazu aufgefordert, mehr zum Schutz von Zivilisten zu unternehmen. US-Außenamtssprecherin Jen Psaki sagte am Donnerstag vor Journalisten: „Unsere Herzen sind angesichts der hohen Zahl von Zivilisten in Gaza gebrochen.“ Psaki verurteilte zudem die „willkürlichen Raketenangriffe“ der Hamas, die israelische Zivilisten bedrohten. Sie versicherte die Unterstützung der USA für Israels Recht auf Selbstverteidigung.
Das israelische Militär hat den Tod der vier Jungen im Alter zwischen neun und elf Jahren bedauert (Israelnetz berichtete). Dieser sei tragisch und unbeabsichtigt. Die Kinder gehörten zu einer Familie. Ein weiteres Kind wurde schwer verletzt. Die Armee teilte nach dem Beschuss mit, sie habe Hamas-Kämpfer angegriffen. Der Vorfall wird derzeit noch untersucht.

Kerry unterstützt Bodeneinsatz

Während Israel seine Bodenoffensive im Gazastreifen startete, sprach Premierminister Benjamin Netanjahu mit US-Außenminister Kerry über den Einsatz. Das US-Außenministerium teilte daraufhin mit: „Der Außenminister hat die starke Unterstützung (der USA) für Israels Recht versichert, sich selbst gegen terroristische Bedrohungen zu verteidigen, die von Tunneln nach Israel ausgehen. Er hat unsere Ansicht mitgeteilt, dass dies eine präzise Operation sein sollte, die sich gezielt gegen Tunnel richtet, wie es in einer Erklärung der israelischen Armee beschrieben wurde.“
Kerry habe zugleich betont, dass eine weitere Eskalation vermieden und die Waffenruhe aus dem Jahr 2012 so schnell wie möglich wieder hergestellt werden sollte.

Merkel: Jedes Land muss sich wehren

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte ebenfalls Israels Selbstverteidigungsrecht. Sie betonte: „Das muss natürlich angemessen durchgeführt werden“ Zugleich sagte sie, dass Deutschland eine diplomatische Lösung des Konfliktes anstrebe. „Es gibt eine völlig neue Qualität der Bewaffnung der Hamas“, so Merkel in Berlin laut dem Nachrichtenportal „n-tv“. Große Städte wie Jerusalem und Tel Aviv seien mittlerweile mit Raketen der radikal-islamischen Organisation erreichbar. „Jedes Land muss sich natürlich, wenn es so angegriffen wird, wehren.“

Ägypten kritisiert Hamas

Die Regierung in Kairo übte unterdessen Kritik an der Hamas. Die radikal-islamische Organisation hätte die Leben von Dutzenden Palästinensern retten können, wenn sie den ägyptischen Vorschlag für eine Waffenruhe angenommen hätte, sagte der ägyptische Außenminister Sameh Schukri. Israel hatte die Feuerpause am Dienstag hingegen akzeptiert.

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