Unruhen in Nahost: Juden gezielt angegriffen

JERUSALEM / GAZA / KALANSAWE (inn) – Die Lage in Nahost bleibt weiter kritisch: Straßenkämpfe, Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und Gegenschläge der Israelis halten an. In mehreren arabischen Ortschaften stoppten die Bewohner gezielt jüdische Autofahrer, um sie anzugreifen und deren Autos in Brand zu setzen.
Unruheherd: In israelisch-arabischen Ortschaften wie hier in Taibe wurden Juden gezielt angegriffen.

Nach dem Mord an drei jüdischen Jugendlichen und Tage später an einem arabischen Jugendlichen dauern die Unruhen in Nahost weiter an. Am Freitag schossen palästinensische Terroristen laut israelischem Militärsprecher etwa 20 Raketen aus dem Gazastreifen in israelisches Gebiet. Der Beschuss setzte sich am Samstag fort. Ein israelischer Soldat wurde durch Splitter einer Mörsergranate verletzt. Das Verteidigungssystem „Eiserne Kuppel“ wehrte am Freitag und Samstag drei Raketen ab. Die israelische Luftwaffe reagierte auf den Beschuss mit Angriffen auf drei Ziele im Gazastreifen, wie Armeesprecher Peter Lerner mitteilte.
Auch die Straßenunruhen in Ostjerusalem setzen sich fort. Dort kämpfen arabische Jugendliche gegen Sicherheitskräfte, seit am Mittwoch der Mord an einem palästinensischen Jugendlichen bekannt geworden war. Die Unruhen erreichten einen Höhepunkt während der Beisetzung des Ermordeten am Freitag. 35 Menschen wurden dabei verletzt, wobei die palästinensischen Demonstranten Molotowcocktails, Rohrbomben und Steine warfen, während die Polizei Gummipatronen und Schockbomben einsetzte.

Juden fliehen vor Angreifern

Am Freitag brachen zudem in arabischen Ortschaften im Norden Israels Unruhen aus. Bei der Ortschaft Kalansawe wurden auf einer Durchgangsstraße Juden gezielt angegriffen. Das berichteten die israelische Tageszeitung „Yediot Aharonot“ und der Rundfunk. Maskierte Demonstranten hielten die Autos an und fragten die Insassen, ob sie Juden oder Araber seien. Zwei Juden, die auf Hebräisch antworteten, wurden aus ihren Autos gezerrt und angegriffen. Sie wurden leicht verletzt. Einer schaffte es zurück in sein Auto und konnte fliehen, der andere flüchtete zu Fuß. Die Maskierten zündeten dessen Auto an, das vollständig verbrannte.
In einem weiteren Vorfall wurden zwei jüdische Insassen eines Wagens ebenfalls nach ihrer Herkunft gefragt. Sie schafften es, im Auto zu fliehen und kamen mit leichten Verletzungen davon. Die Maskierten beschädigten zudem das Auto.
Die Angreifer machten auch vor einem israelischen Polizisten nicht halt, der in Uniform in seinem Privatwagen unterwegs war. Er floh und ließ dabei sein Auto zurück. Leichte Verletzungen erlitt auch ein Motorradfahrer, den die Maskierten mit Steinen bewarfen. Der Rote Davidsstern war zur Stelle und brachte den Verwundeten in ein Krankenhaus.
Ähnliche Vorfälle ereigneten sich auch in anderen arabischen Ortschaften im Norden Israels, in Taibe, Tira und Baka al-Gharbija. Sicherheitskräfte nahmen mehr als 31 Personen fest. Sie sperrten die Zugangsstraßen ab, um weitere Unruhen zu vermeiden.

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