Armee sucht nach Mördern und Helfern

DSCHENIN (inn) – Bei einer israelischen Razzia im Westjordanland ist am frühen Dienstagmorgen ein Palästinenser getötet worden. Der Jugendliche wollte Soldaten angreifen, die auf der Suche nach Verantwortlichen für den Mord an den drei entführten Talmudschülern waren.
Auf der Suche nach den Entführten haben die Sicherheitskräfte 2.200 Objekte durchsucht.

Wenige Stunden nach der Entdeckung der Leichen am Montagabend leitete die israelische Armee eine neue groß angelegte Suche nach Tätern und Helfershelfern ein. Diese konzentrierte sich auf Hebron und das Flüchtlingslager Dschenin. Ein von Israel gesuchter Palästinenser habe in Dschenin eine Granate auf die Truppen geworfen und sei erschossen worden. Wie das israelische Internetportal „Walla“ unter Berufung auf eine palästinensische Nachrichtenquelle berichtet, war der Getötete 18 Jahre alt.
Der Direkter der Rettungsorganisation „Roter Halbmond“ in Dschenin, Mahmud al-Sa‘adi, sagte, an dem Einsatz hätten sich mehr als 2.000 Soldaten beteiligt. Zwei Zivilisten seien festgenommen worden. Die Israelis hätten auf eine Gruppe junger Leute geschossen, dadurch sei der Jugendliche zu Tode gekommen.
Ein Mitarbeiter des „Roten Halbmondes“ teilte hingegen der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma‘an“ mit, bei dem Toten handele es sich um den 16 Jahre alten Jussef Abu Sagha. Dieser sei bei Zusammenstößen mit Soldaten durch israelisches Feuer an der Brust getroffen worden.
Eine israelische Militärsprecherin gab an, der Palästinenser sei ein „Hamas-Agent“ gewesen. Er sei gerade im Begriff gewesen, einen Sprengsatz auf Truppen zu werfen, die ihn festnehmen wollten. „Sie eröffneten das Feuer und bestätigten einen Treffer.“
Seit Beginn der Suche nach den Entführten am 12. Juni sind laut „Ma‘an“ sechs Palästinenser bei Razzien im Westjordanland ums Leben gekommen. Die Sicherheitskräfte nahmen etwa 420 Verdächtige fest. Von ihnen waren 57 im Oktober 2011 im Austausch gegen den entführten Soldaten Gilad Schalit freigekommen. Knapp 280 der Festgenommenen sind nach israelischen Angaben Hamas-Mitglieder. Insgesamt wurden 2.200 Gebäude, Höhlen und andere mögliche Verstecke durchsucht.
Ein ranghoher Offizier stellte gegenüber „Walla“ klar: „Unser Ziel ist es, jeden zu verhaften, der sich an dem Anschlag beteiligt hat, einschließlich der Helfer.“

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