Israelischer Junge an syrischer Grenze durch Explosion getötet

DAMASKUS / JERUSALEM (inn) – Erstmals seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien ist an der syrisch-israelischen Grenze ein Israeli getötet worden. Der Jugendliche starb am Sonntagmorgen infolge einer Explosion. Die israelische Armee spricht von einem gezielten Angriff auf ein Zivilfahrzeug.
Die tödliche Explosion ereignete sich südlich des Grenzüberganges Kuneitra.

Der 13-jährige Muhammad Karkara hatte am ersten Tag der Sommerferien seinen Vater an die Grenze begleitet. Dieser wollte Bauarbeiter mit Wasser beliefern, die im Auftrag des israelischen Verteidigungsministeriums am dortigen Sicherheitszaun arbeiteten. Bei der Explosion starb der Junge, sein Vater und mindestens ein weiterer Israeli erlitten Verletzungen, wie die Onlinezeitung „Times of Israel“ berichtet.
„Dies ist kein Fall von einem versehentlichen Beschuss, sondern ein gezielter Angriff“, teilte Armeesprecher Peter Lerner mit. „Das israelische Militär wird die Nordgrenze weiter beobachten und auf Entwicklungen vor Ort entsprechend reagieren.“ In der Nacht zum Montag flog die israelische Luftwaffe als Reaktion Angriffe auf neun Ziele der syrischen Armee. Nach Angaben syrischer Menschenrechtsorganisationen wurden dabei mindestens zehn Soldaten getötet.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu telefonierte am Sonntag mit dem Vater des Jungen, Fahmi Karkara. Auf dem internationalen Jüdischen Medienkongress in Jerusalem sagte er nach Angaben seines Büros: „Die Feinde des Staates Israel verabscheuen ihre Mittel nicht, sie verabscheuen es nicht, Zivilisten anzugreifen und Kinder zu töten, wie es heute Morgen passiert ist. Sie unterscheiden nicht zwischen den jüdischen und nichtjüdischen Bürgern des Staates Israel. Als Volk zerreißt jede Entführung eines Jungen und jeder Mord an einem Jungen unser Herz. Ich bin sicher, dass ich Sie alle vertrete, wenn ich dieser trauernden Familie unsere Beileidswünsche sende.“
Unterdessen haben Syrer nahe Tel Fares im Golan ein Flüchtlingslager errichtet – wenige Meter von der israelischen Grenze entfernt. Offenbar wagten sie nicht die Massenflucht nach Israel, wollten sich aber im Schatten des hohen Grenzzaunes bergen, analysierte die israelische Tageszeitung „Ma‘ariv“. In den weißen Plastikzelten sind Hunderte Flüchtlinge untergebracht.
Eine junge Frau aus dem syrischen Dara‘a schrieb am Freitag auf Facebook: „Ein neues Flüchtlingslager von Bewohnern aus den Dörfern bei Kuneitra ist an der Grenze errichtet worden. ‚Israel befindet sich hinter uns, Assad befindet sich vor uns und die Araber schauen zu‘. Allah wird schützen und helfen.“
Der israelische Verteidigungsminister Mosche Ja‘alon hatte in der Vergangenheit betont, der jüdische Staat leiste den Belagerten humanitäre Hilfe. Auch kümmere er sich darum, dass sie lebenswichtige Güter wie Milchersatz und Nahrung erhielten.

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