Arabischer Teenager für Freilassung der Entführten

NAZARETH (inn) - Zwei Tage nach der Entführung dreier jüdischer Torahschüler im Westjordanland hat sich ein arabischer Teenager in einem Video an die Entführer gewandt. Seine Botschaft: „Bringt sie zurück. Und zwar sofort!“ Der junge Mann ist mit der Knessetabgeordneten Hanin Suabi verwandt.
Nazareth: Ein muslimischer  Jugendlicher fordert die Freilassung der entführten Israelis.

Der 17-jährige Muhammad Suabi hat seine Botschaft selbst aufgenommen. Im Hintergrund hängt eine kleine Israelflagge. Eindrücklich spricht er auf Englisch, Hebräisch und Arabisch in die Kamera: „An die Terroristen, die unsere Jungs entführt haben: ‚Bringt sie zurück. Und zwar sofort.’“ An die israelische Regierung appelliert er: „An Bibi, unseren Premierminister und seine Regierung: Wacht auf! Und hört auf, mit Terroristen zusammenzuarbeiten. Die Palästinensische Autonomiebehörde sind die größten Terroristen.“
Der Jugendliche stammt aus einer muslimischen Familie in Nazareth. Er spricht weiter: „Vorgestern wurden drei israelische Kinder entführt. Morgen könnten es ich oder du sein oder jeder andere Israeli, egal ob Araber oder Jude. Unsere Feinde unterscheiden nicht zwischen Arabern und Juden, die in Israel leben. Für die sind wir alle eins, sind wir alle Israelis. Und wisst ihr was? Ich bin stolz darauf. Ich bin Israeli und ich werde Israeli bleiben.“
Mit Nachdruck in der Stimme fährt er fort: „Ihr solltet sie besser zurückbringen! Israel wird hier als jüdischer, demokratischer Staat bleiben.“ Er breitet eine große Israelflagge aus und sagt schließlich in die Kamera: „Am Israel chai!“ (Das Volk Israel wird leben!)
Das dreiminütige Video kann hier eingesehen werden: https://www.youtube.com/watch?v=GlwQ_lurUj8

Reaktionen auf das Video

Auf seiner Facebookseite sieht sich Suabi indessen neben viel Lob auch starken Beschimpfungen auf Arabisch ausgesetzt: „Hund“, „Ich würde dich gern erwürgen.“ und „Hoffentlich bist du der nächste.“ sind nur einige der Kommentare.
Die Mutter des Jugendlichen jedoch sagt gegenüber der israelischen Tageszeitung „Yediot Aharonot“: „Ich bin verwundert über die vielen wütenden Kommentare. Mein Sohn ist anständig und setzt sich für ein friedliches Zusammenleben zwischen Juden und Arabern ein. Ihm kam nie in den Sinn, jemanden zu verletzen. Ich stehe hinter seinem Aufruf und hoffe sehr, dass die Entführten wohlbehalten zu ihren Familien zurückkehren.

Hanin Suabi: „Israelische Propaganda in Bedrängnis“

Muhammads prominente Verwandte, Hanin Suabi, vertritt als erste israelisch-arabische Frau in der Knesset eine arabische Partei. Als Mitglied der Balad-Partei wendet sie sich gegen das Konzept eines jüdischen Staates. Bekannt geworden ist Suabi durch ihre Anwesenheit auf dem Schiff „Mavi Marmara“, das 2010 aus der Türkei nach Gaza unterwegs war, um die Seeblockade zu durchbrechen.
Gegenüber dem israelischen Radio „FM 102 Tel Aviv“ sagte sie am Dienstag: „Die Entführer sind keine Terroristen. Es sind Menschen, die keine Veränderung ihrer Realität sehen und sich gezwungen sehen, zum Mittel der Entführung zu greifen – solange, bis Israel sich etwas öffnet. Solange, bis die Bürger Israels und seine Gesellschaft sich öffnen und das Leiden der anderen spüren.“
Über ihren jungen Verwandten bemerkte sie: „Ich bin froh, dass die israelische Propaganda so sehr in Bedrängnis ist, dass sie sich eines kleinen armen Jungen bedienen muss, der eine verfälschte Identität und kein Bewusstsein hat. Jemand, der sich die ganze Zeit gegenüber seinen überlegenen Herren rechtfertigen muss.“

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