Eine Nation im Gebet

JERUSALEM (inn) – Tausende Menschen haben am Sonntagabend an der Jerusalemer Klagemauer für die drei entführten Israelis gebetet. Von den Jugendlichen fehlt bislang noch immer jede Spur.
Hunderte Menschen beten an der Klagemauer für Naftali Frankel, Gilad Scha'ar und Ejal Jifrach.

Die Polizei geht von rund 30.000 Menschen aus, die an die Klagemauer gekommen waren, um gemeinsam mit den Oberrabbinern David Lau und Jitzhak Joseph für eine sichere Heimkehr der Entführten zu beten und Psalmen zu rezitieren. Auch mehrere Knessetmitglieder, der Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat und Angehörige der Verschleppten waren anwesend.
Bereits in der Nacht zum Sonntag hatten sich an verschiedenen Orten in Israel Menschen zum Gebet versammelt. Auch in Hebron, im Patriarchengrab, fand ein solches Gebetstreffen statt.
Naftali Frankel (16), Gilad Scha‘ar (16) und Ejal Jifrach (19) werden seit Donnerstagabend vermisst (Israelnetz berichtete). Am Samstag gab Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bekannt: „Unsere Jungs wurden von einer Terror-Organisation entführt. Daran gibt es keinen Zweifel.“
Hunderte Sicherheitskräfte und Armeeangehörige suchen seitdem nach den Entführten. Die Gegend um Hebron wurde komplett abgesperrt. Palästinenser dürfen die dortigen Checkpoints nur noch in dringenden medizinischen oder anderen humanitären Notfällen passieren. Siedlungen in Judäa und Samaria haben angekündigt, palästinensischen Arbeitern ab Sonntag den Zutritt zu verweigern. „Eine Schließung der Siedlungen soll Druck auf die Bevölkerung der palästinensischen Autonomiegebiete ausüben, die Entführung nicht zu decken, und Druck auf die Entführer, die Jungs sicher nach Hause zu lassen“, heißt es in einer Erklärung des Siedlerrates.

Peres tröstet Angehörige

Staatspräsident Schimon Peres sprach am Samstagabend mit den Angehörigen der Vermissten. „Ich weiß, dass dies schwierige Tage für Sie sind. Wir sind eine Nation, wir sind eine Familie und ich möchte, dass Sie wissen, dass ganz Israel in diesen schweren Zeiten hinter Ihnen steht.“ Die Armee tue alles in ihrer Macht Stehende, um die Jugendlichen zu finden, versicherte Peres laut der Onlinezeitung „Times of Israel“.
Die Eltern von Ejal Jifrach dankten dem Staatsoberhaupt. Sie sagten: „Wir fühlen die Umarmung der Menschen in Israel und wir wissen, dass alles getan wird, um sie zurück nach Hause zu bringen. Wir beten für ihre Rückkehr und für gute Nachrichten.“

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