Nachfolger für Ovadia Josef bestimmt

BNEI BRAK (inn) – Die ultraorthodoxe Schass-Partei hat ein neues geistliches Oberhaupt: Ein halbes Jahr nach dem Tod von Rabbi Ovadia Josef wurde Rabbi Schalom Cohen Donnerstagnacht zu dessen Nachfolger bestimmt. Der 83-Jährige ist bekannt für seine ablehnende Haltung gegenüber weltlichen Juden.
Rabbi Schalom Cohen (r.) bei der feierlichen Amtseinführung des sephardischen Oberrabbiners Jitzhak Josef

Rabbi Cohen leitet das renommierte religiöse Porat Josef-Seminar in Jerusalem. Während einer Zeremonie in der ultraorthodoxen Stadt Bnei Brak bei Tel Aviv ernannten ihn Schass-Anhänger zum Präsidenten des Rates der Torah-Weisen. Sein Vorgänger Ovadia Josef war im Oktober im Alter von 93 Jahren verstorben und unter großer Anteilnahme beigesetzt worden (Israelnetz berichtete).
Laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ wiederholte Cohen nach der Ernennung seine Kritik an Juden, die nicht der ultraorthodoxen Richtung angehören. Mit Bezug auf die Parteien von Wirtschaftsminister Naftali Bennett und von Finanzminister Jair Lapid sagte er: „Sie hassen uns, all die Ignoranten der Parteien ‚HaBeit HaJehudi‘ und ‚Jesch Atid‘. Es gibt keinen Unterschied zwischen den beiden. Der Heilige, gepriesen sei Er, will, dass wir uns von ihnen fernhalten. Sie sind dort, wir sind hier. Sie werden ihren Unsinn weiter verfolgen, wir werden unsere heilige Torah weiter verfolgen.“
Im vorigen Jahr war Cohen in die Schlagzeilen geraten, indem er orthodoxe Zionisten als „Amalek“ bezeichnete. Dieser Name steht in der Torah für Menschen, die wegen ihrer Grausamkeit gegen Juden zur völligen Vernichtung bestimmt sind.
Die sephardische Schass hat derzeit elf von 120 Sitzen in der Knesset und ist nicht an der Koalition von Premierminister Benjamin Netanjahu beteiligt.

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