Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören laut der BILD-Zeitung unter anderen Ex-CDU-Präsidiumsmitglied Johannes Gerster, Musical-Produzent Friedrich Kurz, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Reinhold Robbe, Deutschlands früherer Botschafter in Israel Rudolf Dressler (SPD), der ehemalige außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, der Generalstabsoffizier der Bundswehr Gideon Römer-Hillebrecht sowie der Schauspieler Christian Berkel.
Die Unterzeichner appellieren in vier Punkten an Merkel. Sie fordern von der Kanzlerin, den „Falschdarstellungen“ von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in dessen Rede vor der Knesset entgegenzutreten. „Frau Merkel, erklären Sie in Israel, dass Martin Schulz Ursache und Wirkung verwechselt. Hamas ist die Ursache der Gewalt. Israels legitime Schutzmaßnahmen sind die Reaktion auf terroristische Angriffe“, heißt es in dem Dokument, das der BILD-Zeitung vorliegt.
Ein weiterer Punkt sind die Atomgespräche mit dem Iran. Die Unterzeichner fordern einen deutschen Exportstopp, falls der Iran weiter am Atomprogramm festhalte. Merkel solle zudem erklären, dass sie sich nicht von der Charme-Offensive des Iran täuschen lasse.
Palästinenser sollen „jüdischen Staat“ anerkennen
Im Blick auf die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern weisen die Teilnehmer der Aktion darauf hin, dass sowohl Israels Premierminister Benjamin Netanjahu als auch die Mehrheit der israelischen Bevölkerung breit ist, einen demilitarisierten Palästinenserstaat anzuerkennen. Sie appellieren: „Frau Merkel, wir fordern Sie auf, bei den aktuellen Gesprächen im Zuge der Initiative von US-Außenminister John Kerry auf Palästinenserpräsident Abbas einzuwirken, endlich auch das Existenzrecht Israels ohne wenn und aber als jüdischen Staat anzuerkennen.“
Im vierten Punkt fordern die Unterzeichner Merkel auf, sich klar gegen „sogenannte Israelkritiker“ zu stellen, „die Israel als einzige Demokratie im Nahen Osten immer wieder diskreditieren und im gleichen Atemzug Terrororganisationen verharmlosen“.
Merkel hält sich seit Montag mit fast dem gesamten Kabinett anlässlich der fünften deutsch-israelischen Regierungskonsultationen in Jerusalem auf.