Tausende Franzosen informieren sich über Israel

Mehr als 15.000 Besucher haben am Sonntag an einer Konferenz des Jüdischen Nationalfonds (JNF) in Paris teilgenommen. Angesichts des zunehmenden Antisemitismus in Frankreich wollte die Organisation ein Gegengewicht bilden, indem sie Israels Vielfalt vorstellt.
Der JNF lud Franzosen ein, Israel in seiner Vielfalt zu entdecken.

Der Kongress stand unter der Überschrift: „Israel heute und morgen“. „Die Ausstellung sollte den Juden, und ebenso den Nichtjuden, das neue und echte Gesicht Israels zeigen“, sagte der Weltpräsident des JNF, Efi Stenzler, der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Die französische Öffentlichkeit habe die Vielfalt von Initiativen und Leistungen der israelischen Gesellschaft kennenlernen sollen. Die jüdische Gemeinschaft habe in besonderer Weise darum gebeten, dass der Nationalfonds die Leitung übernimmt. Denn er sei immer eine Brücke zwischen Israel und der Diaspora gewesen.
Die Besucher konnten sich über israelische Bemühungen um den Umweltschutz informieren. Der JNF unterstützt Wasserreservoirs und das Anpflanzen von Bäumen. Unternehmer boten Einblick in die Forschung in Israel, etwa in den Bereichen Nanotechnologie, Umwelttechnik und medizinische Versorgung. Auch mehrere israelische Universitäten waren in der französischen Hauptstadt vertreten.
Israels Tourismusminister Usi Landau erklärte: „Ich bin hier, um meine Solidarität zu bekunden und die jüdische Gemeinschaft Frankreichs in Zeiten zu treffen, in denen der alte klassische Antisemitismus wiederersteht. Extremisten versuchen, das Recht der Juden auf einen eigenen Staat in Israel zu unterminieren, aber wir sind hier, Schulter an Schulter mit den französischen Juden.“ Auch Landwirtschaftsminister Jair Schamir und der stellvertretende Verteidigungsminister Danny Danon waren zugegen.

„Gegensatz zur Karikatur Israels in den Medien“

Der Präsident des JNF in Frankreich, Raymond Bunan, sagte, die Konferenz sei zum richtigen Zeitpunkt organisiert worden. Gerade jetzt sei es besonders wichtig, Israel in einem positiveren Licht darzustellen – als Gegensatz zur „Karikatur“, die normalerweise von den Medien verbreitet werde.
Bunan brachte ein Beispiel für den Anstieg des Antisemitismus: „Vor 25 Jahren wurde in Südfrankreich ein jüdisches Grab entweiht. Es war ein örtlicher, individueller Akt des Antisemitismus. Doch es brachte eine Million Menschen auf die Straßen von Paris, zur Unterstützung der jüdischen Gemeinschaft. Es war herzerwärmend, zu sehen, dass die französische Bevölkerung so einfühlsam war und so schnell reagierte. Doch letzte Woche sind Extremisten durch die Straßen von Paris gelaufen, wobei sie riefen: ‚Juden, raus aus Frankreich!‘ Heute ist nicht die französische Regierung gleichgültig, sondern die französische Bevölkerung.“
Meyer Habib vertritt im französischen Parlament die Belange der in Israel lebenden Franzosen. Er lobte die Bemühungen der Regierung, Rassismus und Antisemitismus zu bekämpfen. Dies sei vor allem im Zusammenhang mit dem als antisemitisch kritisierten Komiker Dieudonné M’Bala M’Bala deutlich geworden. Der Auftrag und die Kernwerte von Frankreich lägen darin, sich gegen Intoleranz, Hass und Antisemitismus einzusetzen.
Nach Angaben der „Jerusalem Post“ ist in den vergangenen zehn Jahren unter den französischen Juden ein Gefühl der Unsicherheit entstanden. Denn aus einem Klima der sozialen Unruhe heraus hat sich die Zahl der antisemitischen Taten erhöht. Die Einwanderung nach Israel hat demzufolge im Jahr 2013 um 63 Prozent zugenommen.

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