Kerry hatte sich von Donnerstag bis Samstag je zweimal mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und dem palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas getroffen. Er dankte den beiden Politikern „für die bedeutsame Menge an Zeit und für die Anstrengung und Energie, die sie aufgewandt haben, um sich in sehr ernsthaften Gesprächen über den Weg nach vorne zu engagieren“. Der Austausch sei produktiv und intensiv gewesen.
Doch es gebe auch große Hindernisse: „Misstrauen besteht offensichtlich auf einem sehr hohen Niveau“, ergänzte Kerry laut einer Mitteilung des amerikanischen Außenministeriums. „Jeder Schritt ist ein Schritt, der versuchen soll, auf den Weg nach vorne zu zeigen und auf die Möglichkeiten, wie jede Seite über einen Zeitraum hinweg eine Beziehung und Vertrauen aufbauen kann.“ Der Politiker betonte, dass die Kernthemen auf dem Tisch lägen. Dazu gehörten Sicherheit, Grenzen, die Zukunft der Flüchtlingsfrage und der Status von Jerusalem.
„Stellen Sie sich vor, was Frieden für ein Israel bedeuten könnte, wo Schulkinder, von denen ich im Laufe meiner vielen Besuche hier einige gesehen habe, auf einem Spielplatz herumlaufen können, ohne die Bedrohung, dass möglicherweise eine Rakete von Gaza oder vom Libanon kommt und sie im Laufe des Tages Schutz suchen müssen“, sagte Kerry weiter. „Stellen Sie sich vor, was Frieden für palästinensische Kinder bedeuten könnte, die in der Würde ihres eigenen unabhängigen Landes aufwachsen könnten mit einem Bewusstsein, dass sie tun können, was jeder in der Welt wohl anstrebt, frei von Hass und frei von der Furcht, die ihre tägliche Existenz begleitet.“
Palästinensischer Protest
Vor dem ersten Treffen mit Abbas hatten in Ramallah etwa 300 Palästinenser gegen Kerry demonstriert. In Sprechchören bezeichneten sie den Außenminister als „Feigling“ und kritisierten das noch nicht offziell bekanntgemachte amerikanische Rahmenabkommen für den Frieden. Die palästinensische Polizei verhinderte einen Marsch der Demonstrationen zum Amtssitz des Präsidenten, der Mukata‘a, wo das Gespräch stattfinden sollte. Organisiert hatte den Protest die marxistische „Demokratische Front für die Befreiung Palästinas“ (DFLP), berichtet die Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Kerry reiste am Sonntag weiter nach Jordanien und nach Saudi-Arabien. Anschließend will er ein weiteres Mal nach Jerusalem zurückkehren.