Asmi Bischara: Vom israelischen Abgeordneten zum palästinensischen Mediator

DOHA (inn) – Vor sechs Jahren verließ der Knessetabgeordnete Asmi Bischara Israel, weil er die Hisbollah im Krieg unterstützt haben soll. Nun hat er in Katar zwischen den palästinensischen Gruppen Hamas und Fatah vermittelt. Der Mitbegründer der israelischen Balad-Partei hat enge Beziehungen zur Königsfamilie in dem Emirat.
Asmi Bischara auf einer Konferenz des von ihm gegründeten Institutes in Katar

Einem Bericht der israelischen Tageszeitung „Ma‘ariv“ zufolge lebt Bischara seit mehreren Jahren in Katar. Dort hat er ein erfolgreiches Forschungsinstitut gegründet. Anfang der Woche diente er auf einem Versöhnungsgipfel in Doha als Vermittler zwischen Hamas und Fatah. Der Leiter des Hamas-Politbüros, Chaled Masch‘al, und Chefunterhändler Saeb Erekat führten die beiden Delegationen an. Bei dem Treffen ging es um die Krise zwischen den Gruppen und um die aktuellen Verhandlungen mit Israel. Greifbare Ergebnisse habe der Gipfel allerdings nicht gebracht.
Bischara hat laut „Ma‘ariv“ gute Verbindungen zur Ehefrau des katarischen Monarchen Hamad Bin Chalifa al-Thani, Scheicha Mosah. Diese habe ihn beauftragt, Prinz Tamim Bin Hamad al-Thani auf dessen Rolle als König vorzubereiten. Im Juni hat er das Amt angetreten. Der ehemalige israelische Abgeordnete habe einen Ehrenplatz in Katar. Das Königshaus trage zur Finanzierung seines Forschungsinstitutes bei.
Ein arabischer Vertreter, der dem Politiker nahesteht, sagte der Zeitung: „Asmi Bischara geht immer mit dem, der Geld hat, um ihn zu finanzieren.“ Der syrische Präsident Baschar Assad habe begonnen, seinen Status zu verlieren. Parallel hätten die Katarer an Einfluss in der Region gewonnen. Daraufhin habe Bischara Zuflucht in Doha gefunden.
„Die ranghohen Vertreter der arabischen Parteien haben immer Bescheidenheit gewahrt“, ergänzte der Informant. „Die Gelder, die sie für die Förderung der arabischen Bewegungen erhielten, überwiesen sie direkt für die entsprechenden Tätigkeiten. Asmi Bischara hingegen ist bereits als Dozent an der Universität mit prächtigen Autos herumgefahren, hat teure Anzüge getragen und Zigarren geraucht.“

„Einfluss in Israel hat zugenommen“

Trotz seiner sechsjährigen Abwesenheit bleibe Bischaras Einfluss in Israel hoch und sei sogar stärker geworden, fügte der Araber hinzu. „Er hat in Israel Vertraute, die sich in hohen Stellungen und an Orten mit viel Einfluss befinden. Sie erhalten Gelder von ihm und fördern die Ideen, an die er glaubt, oder richtiger, an die die Katarer glauben.“
Überdies hat sich der Politiker als Kommentator beim Nachrichtensender „Al-Dschasira“ etabliert. Diese Tätigkeit, auch in anderen arabischen Fernsehstationen, nutzt er für anti-israelische Hetze.
Nach dem Zweiten Libanonkrieg im Sommer 2006 hatte Israel Bischara vorgeworfen, Informationen an die Hisbollah-Miliz weitergegeben zu haben (Israelnetz berichtete).Er stand im Verdacht, der schiitischen Organisation geholfen zu haben, Raketen auf Israel abzuschießen. Als Gegenleistung habe er eine hohe Geldsumme erhalten. Im Jahr 2007 verließ er das Land wegen der Ermittlungen gegen ihn.
Trotz der Beschuldigungen gegen ihn und der Hetze wurden die Pensionszahlungen an den früheren Parlamentarier erst 2011 eingestellt.

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