Peres will Rechte Homosexueller stärken

GUADALAJARA (inn) – Während seiner Mexiko-Reise hat sich der israelische Staatspräsident Schimon Peres am Sonntag unterstützend zur Homo-Ehe geäußert. Am Samstag eröffnete er außerdem den israelischen Pavillon auf der mexikanischen Buchmesse.
Peres (Mitte) eröffnet den israelischen Pavillon auf der Buchmesse.

Auch Homosexuelle hätten Rechte, die der Staat ihnen nicht vorenthalten dürfe, erklärte Peres im Interview mit der Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Er fügte hinzu: „Wir können niemandem die Rechte wegnehmen, weil er anders ist. Wir können ihnen nicht das Recht zu atmen, zu essen oder eine Familie zu gründen entziehen. Wir müssen jedem erlauben, so zu leben wie es ihm entspricht.“
Der Präsident reagierte damit auf den Gesetzesentwurf „Zusammen leben“ des israelischen Justizministeriums, das Beziehungen zwischen Homosexuellen als eingetragene Lebenspartnerschaften anerkennen will.

Beduinen-Umsiedlung „aufrecht erhalten“

Ebenfalls am Sonntag äußerte sich Peres in Mexiko zu der geplanten Umsiedlung von Beduinen in Israel und befürwortete die Umsetzung des sogenannten Prawer-Plans. Dieser will bis 2016 eine Umsiedlung von 30.000 bis 40.000 Beduinen aus nicht anerkannten Siedlungen des Negev in offizielle Städte erreichen. Am Samstag hatten mehrere hundert Menschen im Negev, in Haifa, Taibe, Jerusalem und Jaffa gegen die Umsiedlungen demonstriert. 15 Sicherheitskräfte waren bei Zusammenstößen mit den Demosntranten verletzt worden.
Peres sagte, trotz des Widerstandes müsse das Gesetz angewendet werden. „Die Regierung will niemandem Schaden zufügen. Die Gespräche müssen mit Geduld geführt werden, während das Gesetz aufrecht erhalten wird“, fügte er hinzu.

Buchmesse eröffnet

Am Samstag eröffnete Peres außerdem den israelischen Pavillon auf der mexikanischen Buchmesse, auf der Israel dieses Jahr Ehrengast ist (Israelnetz berichtete). Bei einer Tour durch den Pavillon sprach der Präsident auch mit israelischen Autoren. Er erklärte: „Israel ist ein literarisches Großreich und wir sind stolz, an der Buchmesse in Mexiko teilzunehmen, das auch eine kulturelle und literarische Supermacht ist.“ Die Werke der israelischen Autoren seien aus der Lebensrealität heraus entstanden und hätten sich über die ganze Welt verbreitet. „Ich bin so stolz, hier als israelischer Präsident zu stehen und den Pavillon zu eröffnen“, fügte er hinzu.
Unter den israelischen Autoren sind unter anderem David Grossman, Etgar Keret, Ronny Someck und Agi Mischol vertreten. Auch ein Buch der Nobelpreisträgerin in Chemie, Ada Jonath, wird vorgestellt. Nach der Frankfurter Buchmesse ist die mexikanische die zweitgrößte. Außerdem ist sie die wichtigste im spanisch-sprachigen Gebiet.
Bis zum Sonntag befand sich das Staatsoberhaupt zusammen mit einer 80-köpfigen Delegation aus der israelischen Wirtschaft auf einer Reise durch Mexico. Ein Schwerpunkt waren die Handelsbeziehungen zwischen Israel und Mexiko. Ende vergangener Woche hielt Peres eine Rede vor dem mexikanischen Senat (Israelnetz berichtete).

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